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Gut gemeintes Ziel schafft Verunsicherung

über die Einführung eines Mindestlohnes

Ralph Schermann

Das Ziel klingt gut. Keiner, der arbeitet, muss um Zuschüsse betteln. Ein gesetzlicher Mindestlohn für alle von mindestens 8,50 Euro die Stunde garantiert jedem Werktätigen ein zwar noch immer schmales, aber zum Leben ausreichendes Einkommen.

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Die Gewerkschaften favorisieren dieses Modell seit 2006. Durch den Ausgang der jüngsten Bundestagswahl ist es nun zum Politikum geworden.

Dass Unternehmer den Mindestlohn ablehnen, ist klar. Kein Chef zahlt gern mehr. Dass Arbeitnehmer dafür sind, ist auch klar. Niemand nimmt freiwillig weniger. Allerdings ist auch keiner bereit, mehr Verdienst auszugeben.

Das aber wird er müssen, denn um höhere Mindestlöhne zahlen zu können, bleibt dem Unternehmer nur, die Preise seiner Produkte oder Dienstleistungen zu erhöhen. Er kann freilich auch versuchen, mit weniger Mitarbeitern als bisher auszukommen.

Das wird er sogar müssen, falls der Mindestlohn einen Teufelskreis schafft: Höhere Löhne gleich höhere Preise, höhere Preise gleich weniger Nachfrage, weniger Nachfrage gleich weniger Bedarf, weniger Bedarf gleich weniger Personal.

Das Ziel klingt gut. Bis zum Ende gedacht scheint es aber nicht zu sein. Unter allen in Görlitz befragten Wirten, Hoteliers und Taxifahrern hat die Diskussion über den Mindestlohn bisher jedenfalls nur eins ergeben: Verunsicherung.