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Gutachter bestätigt krankhafte Abartigkeit

Landkreis. Gestern begann am Görlitzer Landgericht ein Prozess wegen schweren Kindermissbrauchs.

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Von Jens-Rüdiger Schubert

Seit gestern muss sich ein Mann aus dem Landkreis Löbau-Zittau wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht Görlitz verantworten. Ihm wird vorgeworfen, sich in 13 Fällen an Kindern unter zehn Jahren vergangen zu haben.

Ohne sichtbare Anteilnahme

Die Vorwürfe wiegen schwer. Sehr detailliert brachte zu Prozessbeginn die Staatsanwaltschaft die Anklage vor und beschrieb, wie der Angeklagte vorgegangen ist. Zusätzlich, so die Ermittlungen, nahm der Mann die Taten mit einer Videokamera auf. Damit wollte er sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eine kinderpornografische Sammlung anlegen. Die Taten wurden überwiegend im Büro des Angeklagten begangen.

Ohne sichtbare Anteilnahme, scheinbar unbeeindruckt und sachlich, nahm er die Ausführungen der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis.

Schon beim Prozessauftakt wurde betont, dass der Mann einer psychologischen Untersuchung unterzogen wurde. Der Gutachter bescheinigte ihm verminderte Schuldfähigkeit und schwere seelische Abartigkeit.

Das Gutachten kam aber auch noch zu einem anderen Schluss. Es wurde festgestellt, dass der Mann krank und gefährlich ist. Weitere Taten mit wachsendem Potenzial seien auch künftig möglich. Deshalb wurde die Unterbringung in ein psychiatrisches Krankenhaus empfohlen.

Der Vorsitzende Richter hat mehrere Verhandlungstage für das Verfahren anberaumt. Die Persönlichkeit des Angeklagten und sein soziales Umfeld sollen beleuchtet, Zeugen gehört werden. Während der Beweisführung wird es dem Gericht auch nicht erspart bleiben, die Video-Tatbänder zu sichten.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Auf Antrag des Verteidigers schloss das Gericht nach der Anklageerhebung die Öffentlichkeit für alle Sitzungen bis zur Urteilsverkündung aus. Zuvor hatte der Angeklagte auf Nachfrage des Gerichtes noch betont, sich zur Sache äußern zu wollen. Die Urteilsverkündung ist zunächst für den 4. Januar vorgesehen.