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Gute Chancen, in der Region zu bleiben

17 künftige Tischlergesellinnen und -gesellen stellten sich mit ihren Prüfungsarbeiten am Sonnabend der Jury.

Geschäftsführer Jörg Hemming mit den künftigen Tischlergesellen Felix Werner (Bildmitte) und Robert Welzel am Gesellenstück von Felix Werner in der Ausstellung im Berufsschulzentrum Weißwasser.
Geschäftsführer Jörg Hemming mit den künftigen Tischlergesellen Felix Werner (Bildmitte) und Robert Welzel am Gesellenstück von Felix Werner in der Ausstellung im Berufsschulzentrum Weißwasser. © Foto: Rolf Ullmann

Weißwasser. Rein äußerlich lässt sich die Mehrzahl der jungen Damen und Herren, die am Sonnabendmittag vor dem Ausstellungsraum im Weißwasseraner Berufsschulzentrum (BSZ) warten, ihre Anspannung nicht anmerken. In wenigen Minuten werden die Anwesenden nämlich erfahren, ob sie die praktische Prüfung auf dem Weg zum Tischlergesellen bestanden haben und wie die Jury die Qualität ihrer abgelieferten Arbeiten einschätzt. 

Ab 8 Uhr haben dazu je drei Bewerter in zwei Gruppen die eingereichten Gesellenstücke jeweils 30 Minuten lang genau in Augenschein genommen. Je ein Lehrer des Berufsschulzentrums, ein Gesellenvertreter sowie ein Tischlermeister beurteilen dabei die handwerklichen Fähigkeiten der Prüflinge, die sich in der äußerlichen Gestaltung der Türen und Möbelstücke, vor allem aber in der Präzision der ausgeführten Arbeiten zeigen. Die Tischlerinnung Görlitz beruft dabei die Bewerter, die ihre Aufgabe, wie in den Jahren zuvor, in den Räumlichkeiten des Berufsschulzentrums wahrnehmen können. Als die beiden Gruppen der Jury schließlich die erreichten Punktzahlen addieren, können sie das erfreuliche Resümee ziehen, dass alle 17 vorgestellten Arbeiten die erforderliche Punktzahl von mindestens der Hälfte erreicht haben.

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Gute Chancen für die Übernahme

Doch den Gesellenbrief haben damit noch nicht alle in der Tasche. Die zuvor abgelegte Prüfung in der Theorie hat sich für vier Auszubildende als eine – im Moment – zu hohe Hürde erwiesen. Nach der ersten Prüfungszeit, die im dritten Lehrjahr von Anfang April bis zum Juli ihr Wissen und Können abforderte, geht es nun für die vier Auszubildenden in die nächste Runde. In etwa einem halben Jahr erhalten sie die zweite Chance, das I-Tüpfelchen auf ihre Leistungen während der Ausbildung zu setzen.

Mit dem Gesellenbrief in der Tasche eröffnet sich den drei jungen Damen sowie den 14 jungen Herren eine gute Chance, um in ihren Ausbildungsbetrieben oder einer anderen Tischlerei in der Region, insbesondere auch im Landkreis Görlitz, ihre berufliche Zukunft zu finden. „Wir haben zwar vonseiten der Innung nicht jeden einzelnen künftigen Gesellen gefragt, ob er übernommen werden kann, aber wir schätzen ein, dass sich die Chancen dafür gerade in den letzten Jahren um einiges verbessert haben“, sagt der Nieskyer Tischlermeister Helfried Siebenhaar. Anders als noch vor wenigen Jahren, als sich viele der kleineren Handwerksbetriebe, auch die der Tischlerinnung, die Übernahme ihrer Auszubildenden wirtschaftlich nicht leisten konnten, stellt sich die Situation jetzt anders dar. Ein großer Teil der Tischlereien sucht nach Fachkräften.

Hohe fachliche Fähigkeiten gefragt

Natürlich sind dafür neben der persönlichen Einsatzbereitschaft im beruflichen Alltag vor allem die fachlichen Fähigkeiten der jungen Leute gefragt. Dass sie über diese in gutem und sehr gutem Maße verfügen, stellen unter anderem Hannes Nischwitz, Jennifer Simon und Paul Beutlich unter Beweis. Sie haben sich das erforderliche Rüstzeug in der Tischlerei Thierbach in Görlitz, im Tischlereibetrieb Loschke in Oppach sowie in der Neusalza-Spremberger Tischlerei Beutlich angeeignet.

„Mein Chef, Geschäftsführer Tobias Loschke, will mich nicht mehr weglassen. Er rechnet fest mit mir“, erzählt die 20-jährige Jennifer Simon, die das Glück hatte, den Ausbildungsplatz direkt in ihrem Heimatort anzutreten. „Die Liebe zur Arbeit mit dem Holz hat mich schon sehr früh gepackt. Bereits im Kindergarten habe ich mich damit beschäftigt“, berichtet die künftige Tischlergesellin.

Auch für die beiden Geschäftsführer der Tischlerei Lehmann in Weißwasser ist es beschlossene Sache, die beiden Auszubildenden Felix Werner und Robert Welzel zu übernehmen. Sieglinde und Jörg Hemming freuen sich über die Verstärkung für die Belegschaft ihres Betriebes. „Wenn sie die Gesellenprüfung bestanden haben, steht einer Einstellung bei uns nichts im Wege. Die beiden lernten unseren Betrieb drei Jahre lang durch die Ausbildung kennen und haben sich dabei gut entwickelt“, bekräftigt Jörg Hemming.

Die am besten gelungenen Gesellenstücke werden in einigen Wochen vom handwerklichen Können junger Leute in der Oberlausitz während der Ausstellung der Tischlerinnung Sachsen in Dresden künden.

Jennifer Simon präsentiert ihre Arbeit.  
Jennifer Simon präsentiert ihre Arbeit.   © Foto: Rolf Ullmann

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