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Gute Entscheidungder Sparkasse

über die umstritteneKontogebühr

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Sebastian Kositz

Der Aufschrei seinerzeit war groß. Ausgerechnet bei den Schwachen der Gesellschaft wollte die Sparkasse Bautzen gründlich hinlangen. Dabei ist jedem klar, dass Behinderte, Kranke und alte Menschen in dieser speziellen Situation ohnehin kein oder kaum ein Einkommen haben. Vor diesem Hintergrund ist eine Kontoführungsgebühr von fast 110 Euro im Jahr mindestens unsensibel.

Jetzt haben die Verantwortlichen bei der Sparkasse den Rückwärtsgang eingelegt. Zwar ist die neue Regelung an eine Bedingung geknüpft. Doch ob die Befürchtungen der Betreuer am Ende auch tatsächlich gerechtfertig sind, muss sich erst noch zeigen. Insofern hat die Sparkasse zunächst eine richtige und gute Entscheidung getroffen. Bleibt mal wieder die Frage: Warum nicht gleich so? Den Betroffenen und ihren Betreuern wäre mit Sicherheit viel unnötige Aufregung erspart geblieben.

Das Gezerre um die höheren Kontoführungsgebühren zeigt vor allem, wie sehr arme, kranke und behinderte Menschen den Entscheidungen anderer ausgeliefert sind. In diesem Fall waren die Betreuer empört auf die Barrikaden gegangenen. Ein Engagement, dass sich ausgezahlt hat. Oft nimmt die breite Gesellschaft die Nöte und Ängste der Betroffenen nicht mehr ausreichend wahr. Da ist es wichtig, dass einige Menschen nicht aufhören, den Finger in die Wunde zu legen.