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Gute Idee zum falschen Zeitpunkt

über mehrere Jahrgänge in einer Klasse

© Steffen Unger

Annett Kschieschan

Jahrgangsübergreifender Unterricht. Wer jetzt an Bilder aus Geschichtsbüchern denkt, die 30 Kinder von 6 bis 16 dicht gedrängt auf hölzernen Schulbänken zeigen – noch mit Jacke und Mütze, weil der obligatorische Kachelofen nicht angefeuert war, kann sich eines Besseren belehren lassen. In der einzigen Montessori-Grundschule im Kreis. Hier lernen Kinder unterschiedlichen Alters wunderbar – miteinander und voneinander. Jeder arbeitet an seinem eigenen Lehrplan. Wer mit einem Thema noch Probleme hat, übt mehr. Kinder, die einen Sachverhalt besonders schnell verstanden haben, können sich mit etwas Neuem beschäftigen. Fazit: Kein Frust durch Über- oder Unterforderung, weil die anderen fürs eigene Lerntempo zu flott oder zu langsam sind. Klingt gut – wird aber trotz des Vorstoßes aus dem Sächsischen Kultusministerium wohl die Ausnahme bleiben. Die bestehenden Grundschulen im Kreis erreichen auch ohne jahrgangsübergreifenden Unterricht ihre Mindest-Klassenstärke. Und die, die schon geschlossen sind, haben Pech gehabt. Nicht, dass vor zehn Jahren, als fast jährlich Schulen auf dem Land geschlossen wurden, keiner auf solche Ideen gekommen wäre. Damals wollte sie in der Politik nur keiner hören. Schade drum.

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