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Guter Sommer rettet die Malter-Bilanz

Im Frühjahr hat die Bäder-Chefin an der Talsperre mit einem Verlust gerechnet. Dann kamen zwei Super-Monate. Jetzt hat sie noch eine ganz andere Aufgabe.

Marlen Alexander, die Chefin der Malter-Bäder, ist froh, dass dieses Jahr das Wetter geholfen hat, die Corona-Folgen im Griff zu halten.
Marlen Alexander, die Chefin der Malter-Bäder, ist froh, dass dieses Jahr das Wetter geholfen hat, die Corona-Folgen im Griff zu halten. © Karl-Ludwig Oberthuer

Die erste Sommersaison an der Talsperre Malter, für die Marlen Alexander als neue Geschäftsführerin der Weißeritztal-Erlebnisgesellschaft (WTE) verantwortlich ist, ist vorbei. Sächsische.de sprach mit ihr über die Bilanz. 

Frau Alexander, wie ist die Saison gelaufen?

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Wir hatten ja im Frühjahr das Erlebnisbad drei Monate geschlossen, den Sportpark und die Campingplätze zwei Monate und dadurch Verluste. Das haben wir aber im Sommer wieder gut herauswirtschaften können. Gerade im Campingbereich lief es sehr gut. Wir mussten manchmal Camper abweisen, weil wir einfach keine Flächen mehr hatten. Dieses Jahr hatten wir eine Woche vor Ferienende 17.700 Übernachtungen. Zu der Rekordzahl von 20.000 wie im letzten Jahr fehlt gar nicht mehr viel. Uns stehen ja noch der September und der Oktober mit den Herbstferien bevor.

Wie ist die Situation in den Strandbädern?

Durch das Wetter hatten wir etwas weniger Badetage als im vergangenen Jahr. Aber diese sind so gut gelaufen, dass wir rund 47.500 Badegäste hatten, ungefähr der gleiche Wert wie im vergangenen Jahr. Im Juni ging es verhalten los, im Juli hatten wir 50 Prozent Badetage und in den Ferien hatten wir fast durchgehend geöffnet. Da spielte uns das Wetter sehr gut in die Karten. Drei bis vier Wochenenden sind wir an die Grenze gekommen, bis zu der wir Besucher reinlassen durften. Das hat sich aber oft gut die Waage gehalten. Wenn nachmittags die Grenze erreicht wurde, sind oft die ersten schon wieder gegangen, sodass niemand zu lange warten musste. Ein Wochenende hatten wir  5.000 Besucher. Das hatte sich ganz günstig verteilt. Wir hatten keine Online-Anmeldung. Das war vielleicht unser Vorteil. Besucher aus Dresden haben oft bei uns angerufen, ob sie noch zu uns kommen könnten, weil sie dort keine Karten mehr bekommen konnten.

Wie ist die wirtschaftliche Lage Ihrer Gesellschaft?

Die endgültigen Zahlen können wir noch nicht absehen. Aber wir hatten zu Beginn der Corona-Zeit eine Hochrechnung gemacht, wie das Jahr mit den Schließungen laufen würde. Das hätte einen großen Verlust gebracht. Jetzt sieht es aber besser aus. Wir können die geplanten Zahlen für 2020 tatsächlich erreichen, wenn nicht wieder ein zweiter Lockdown kommt. Wir sind in den zwei Supermonaten Juli und August aus dem Minus rausgekommen und liegen wieder im Plan.

Und das, obwohl beispielsweise Malter in Flammen ausgefallen ist.

Dazu muss man sagen, das Malter in Flammen einen enormen Umsatz bringt, aber auch enorme Kosten. Letztes Jahr war das erste Mal, dass wir mit Malter in Flammen kein positives Ergebnis hatten - dem Wetter geschuldet. Aber es steigen auch die Kosten immer weiter. Ohne Malter in Flammen hatten wir im Juli ein starkes Bade-Wochenende, das auch Einnahmen gebracht hat.

Steht das Event dann in Frage?

Nein, das ist für uns eine gute Werbeplattform, die uns Gäste aus dem weiten Umland bringt. Eine Aufwertung für die Region ist es auf jeden Fall.

Haben Sie Pläne, die Bäder umzugestalten nach den Erfahrungen mit Corona?

Wir werden im Herbst auswerten, wie unser Hygienekonzept angekommen ist und wo wir nachbessern müssen. Im Unterschied zu früheren Jahren haben wir Sanitärwagen und im Strandbad Seifersdorf einen Container bereitgestellt, um die Vermischung zwischen Campern und Badegästen zu vermeiden. Das wird uns die nächsten Jahre weiter begleiten.

Was haben Sie auf den Campingplätzen vor?

Die Übernachtungszahlen sind ja stark gestiegen und wir überlegen, wie wir mehr Caravan-Stellplätze anbieten können. Auch beide Zeltplätze waren sehr gut besucht. Aber der Wohnwagentourismus nimmt immer mehr zu. Wir haben 22 Caravan-Stellplätze, die durchgehend ausgebucht sind, und die Nachfrage wird immer größer. Wir schauen, welche Bereiche wir umstrukturieren können, wo wir Strom legen können. Vielleicht können wir auch Premium-Stellplätze anbieten.

Was ist ein Premium-Platz?

Es ist eine Vision, den Jugendzeltplatz am Erlebnisbad dafür anzubieten. Der ist nah am Wasser, nah an den Sanitäranlagen und super schön gelegen. Vielleicht kann man auch einzelne Parzellen mit Hecken abtrennen. Das bringt auch Qualität. Da müssen wir schauen, was baulich möglich ist. Eine Erweiterung der Wohnwagenplätze steht definitiv an.

Was planen Sie mit dem Erlebnisbad?

Hier hoffen wir einfach, dass es die nächsten Jahre einmal zu einer Sanierung kommt. Das Bad geht jetzt ins 24. Jahr. Der Zustand wird immer schlechter. Das sind undichte Stellen im Dach. Das sind auch Maschinen, Pumpen, die in die Jahre gekommen sind. Man muss jeden Tag damit rechnen, dass eine Pumpe ausfällt. Da muss man schnell handeln, und so eine Pumpe kostet leicht 10.000 bis 15.000 Euro. Dazu kommen viele kleine Baustellen. Wir wollen die Sanierung mit anstoßen. Momentan gibt es dafür einen großen Fördertopf. Unter Umständen ist eine Sanierung jetzt günstiger, als immer wieder Reparaturen in voller Höhe zu bezahlen. Der Fördersatz beträgt dagegen 90 Prozent. Das ist eine große Chance. Angedacht ist, die Sauna zu erweitern in Richtung einer Panorama-Sauna. Das Bad soll saniert werden, so wie es jetzt ist. 

Wie stehen Sie zu den Überlegungen, weitere Aufgaben an Ihre Gesellschaft zu übertragen?

Dieses Jahr haben wir die Organisation des Weihnachtsmarktes übertragen bekommen, weil uns ja sämtliche Veranstaltungen wegen Corona weggebrochen sind. Das ist in der momentanen Situation sehr herausfordernd, weil die Organisation eines Weihnachtsmarktes bislang nicht in das Aufgabenfeld der WTE gefallen ist. Die WTE hat im Winter auch weniger Mitarbeiter und kann nur mit zusätzlicher externer Hilfe die Organisation übernehmen. Im nächsten Jahr sehe ich den Weihnachtsmarkt eher wieder in den Händen der Stadt, wie es ja auch der Wochenmarkt ist. Denn dann sind wir hoffentlich wieder mit unseren eigenen Veranstaltungen eingebunden. 

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