merken
PLUS

Guter Sound statt leerer Stühle

Der große Saal im Schützenhaus hat ein Akustikproblem. Das soll jetzt dauerhaft behoben werden.

Von Jürgen Müller

Steffen Richter vom Lommatzscher Carnevals Club ist überhaupt nicht begeistert. „Im Schützenhaus herrscht eine Akustik wie in einer Bahnhofshalle. Viele Besucher unserer Auftaktveranstaltung haben sich darüber beschwert“, sagt er. Ob die geringe Resonanz zum Fasching mit gerade mal 150 Leuten daran lag, ist zwar fraglich. Doch das Akustikproblem ist schon lange bekannt. Das weiß auch Benno Schneider, der ehrenamtliche Geschäftsführer der Schützenhaus Lommatzsch GmbH. Er will das jetzt ändern.

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

30 000 Euro müssen reichen

Die Stadt habe in diesem Jahr den Zuschuss für das Schützenhaus erhöht. Dies sei auch dringend notwendig für Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten. Unterm Strich hat Schneider rund 30 000 Euro dafür zur Verfügung. Mit diesem Geld soll nun auch der schlechten Akustik zu Leibe gerückt werden. „Dieses Problem drückt mir schon lange auf der Seele, bereitete mir auch schon schlaflose Nächte“, gibt er zu. Nicht nur im Sinne seines gesunden Schlafes bahnt sich nun eine Lösung an. Mit Lautsprechern sei das Problem nicht zu lösen. „Da wird es nur lauter, und die Reflexionen verstärken sich noch“, so der Geschäftsführer.

Stattdessen soll ein spezieller Akustikputz an der Decke des Saales angebracht werden. Klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Denn bevor es so weit ist, muss erst mal ein Gutachten gemacht werden, ob die Decke den schweren Putz auch trägt. „Wenn nicht, stehen wir wieder bei null“, räumt Schneider ein. Das heißt, es müsste wieder auf eine schon einmal eingesetzte Lösung zurückgegriffen werden.

Eine Akustikdecke aus Stoff gab es schon einmal. Die ist allerdings verschwunden. Vermutet wird, dass sie ein ehemaliger Pächter mitgenommen hat. Nachzuweisen ist das nicht. Eine solche Lösung wäre freilich nur die zweitbeste. Benno Schneider ist zuversichtlich, dass die Decke den Akustikputz trägt. Ohne Gutachter freilich will er die Firma nicht ranlassen. „Wenn tatsächlich während einer Veranstaltung Putz abfällt, kann dafür niemand die Verantwortung übernehmen“, sagt er. Weitere kleinere Investitionen sind in naher Zukunft geplant.

Veranstaltungen gut besucht

Obwohl das Schützenhaus zwischenzeitlich zum Bürgerhaus umfunktioniert wurde, dort jetzt unter anderem Kleiderkammer, Bibliothek und Meißner Tafel zu finden sind, wird es weiter für Veranstaltungen genutzt. Schneider ist mit der Resonanz auf die Veranstaltungen in diesem Jahr sehr zufrieden. Für die „Bierhähne“ wurden 450 Karten verkauft, am 8. Dezember gibt es die „Weihnachtsgans Auguste“. „Ich hoffe, dass wir hier 100 bis 150 Besucher haben werden“, so Schneider. An diesem Tag ist auch wieder die Terence-Hill-Bar geöffnet. Am vergangenen Sonnabend war im Schützenhaus Jugenddisco, eine weitere derartige Veranstaltung wird es im März kommenden Jahres geben. Doch auch für die ältere Generation wird etwas geboten. Für Mai und Oktober nächsten Jahres sind Volksmusikveranstaltungen geplant.

Entgegen allen Befürchtungen wird es in diesem Jahr wieder eine Tanzveranstaltung zu Silvester geben. Premiere war im Vorjahr, dabei gab es allerdings ein paar organisatorische Pannen. Das soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen, verspricht Jens Judefeind, einer der Veranstalter. Er und Andreas Schmidt wollen für Partystimmung sorgen mit Musik der 80er und 90er Jahre. Es soll ein reichhaltiges und hochwertiges Büfett geben, auch Weine von Vincent Richter. Essen und alle Getränke sind im Eintrittspreis von 59 Euro enthalten. Für die Heimfahrt nach Mitternacht stehen Sammeltaxen bereit.

Judefeind und Schmidt hatten ursprünglich geplant, in diesem Jahr zu Ostern und Pfingsten Tanzveranstaltungen im Schützenhaus durchzuführen, dann aber doch Abstand genommen. Ganz aufgegeben haben sie die Hoffnung aber nicht. Wenn Silvester gut läuft, wollen sie über weitere Veranstaltungen nachdenken. Bisher wurde rund die Hälfte der Karten verkauft. Platz wäre für 600 Personen.