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Abi mit Beigeschmack

Zwei Tage Schule und dann Prüfungen: Der Pirnaer Abiturient Florian Merzdorf schwankt zwischen Freude und Skepsis.

Am Montag dürfen sie hier wieder rein: Florian Maerzdorf und Josefine Güttler.
Am Montag dürfen sie hier wieder rein: Florian Maerzdorf und Josefine Güttler. © Daniel Schäfer

Am Montag geht die Schule wieder los. Zumindest für Abschlussklassen. Wieder in die Schule gehen zu können, das hat sich auch Abiturient Florian Merzdorf aus Pirna die vergangenen Wochen immer wieder gewünscht. Trotzdem hält sich seine Freude in Grenzen. In zwei Tagen sollen er und die anderen nämlich alle Fragen stellen und beantwortet bekommen, bevor sie in der nächsten Wochen ihre schriftlichen Prüfungen schreiben. Florian und vielen anderen wäre lieber gewesen, die Prüfungen zugunsten von zwei, drei Wochen Unterricht zu verschieben. Nun aber ist es anders entschieden. 

Trockenübung statt Experimente

Die Lern-Motivation ging in den vergangenen Wochen auf und ab bei Florian und seiner Freundin Josefine Güttler. Die Unsicherheit sorgte dabei nicht gerade für einen Aufschwung. Die beiden haben zwar jeden Tag etwas gemacht, aber das sei eben nicht vergleichbar mit dem "sanften Druck", den der Schulalltag mit sich bringt. Die Lehrer des Pirnaer Schiller-Gymnasiums waren zwar immer für sie da, es gab auch Telefonkonferenzen. Doch theoretische Experimente zum Beispiel in Chemie sind eben doch eher so was wie Trockenschwimmen. Insgesamt habe Florian weniger Aufgaben erhalten als seine Schwester in der fünften Klasse. Missverständnisse, das fehlende sofortige Nachfragen, der direkte Austausch, all das habe die Prüfungsvorbereitung beeinträchtigt. 

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"Wir müssen uns damit anfreunden, dass es ist, wie es ist", sagt Florian. Nur eine Angst war noch größer als das ungute Gefühl jetzt: ohne Abitur oder mit einem sogenannten Notabitur später benachteiligt zu sein.

Ohne Abitur werden die diesjährigen Gymnasiumsabsolventen nicht sein, wahrscheinlich aber ohne Abiball und Abschlussfahrt. Großveranstaltungen sind bis Ende August abgesagt. Und selbst wenn Feiern stattfinden, ist auf den Abstand zu achten. Das dürfte bei einem Ball schwer sein. "Das ist ziemlich schade", sagt Florian. Nicht nur wegen der Kleider und Anzüge, die ja einige schon gekauft haben. Abschlussball ist etwas, was Zwölftklässler das ganze Jahr über vorbereiten. Doch darauf nimmt ein Virus keine Rücksicht. Traurig macht es trotzdem viele. 

"Wir kriegen das hin"

Wenigstens die Abschlussfahrt hat stattgefunden. Die hat Florians Klasse nämlich schon zu Schuljahresbeginn unternommen. Sie erkundeten Weimar, Jena, Erfurt. Die Dohnaer Oberschüler hingegen wollten jetzt nach London...

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Nach dem Abitur wollen Florian und Josefine zum Studium nach Leipzig gehen. Das wird auch, sind sie überzeugt. Auch wenn sie noch nicht wissen, wie das im Detail alles funktionieren wird, zum Beispiel mit der Wohnungssuche: "Ich denke, wir kriegen das hin."

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