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Abschlussfeiern auf Sparflamme

Gymnasien und Oberschulen wollen ihre Absolventen würdig verabschieden. Noch aber ist nicht überall klar, wie das funktionieren soll.

Bis zum letzten Schultag sind in diesem ungewöhnlichen Schuljahr noch ein paar Tage Zeit. So ausgelassen wie die Nieskyer Gymnasiasten 2018 feiern, geht allerdings nicht. Immerhin soll es Zeugnisausgaben mit Angehörigen geben.
Bis zum letzten Schultag sind in diesem ungewöhnlichen Schuljahr noch ein paar Tage Zeit. So ausgelassen wie die Nieskyer Gymnasiasten 2018 feiern, geht allerdings nicht. Immerhin soll es Zeugnisausgaben mit Angehörigen geben. © Jens Trenkler

Die Prüfungen sind noch voll im Gange, da wird an den Oberschulen und Gymnasien schon die Übergabe der Zeugnisse vorbereitet. Die lief sonst immer in großem, feierlichem Rahmen ab. In Corona-Zeiten sieht das jedoch völlig anders aus. Bis vor kurzem ging gar nichts. Nach der jüngsten Allgemeinverfügung des Freistaates können die Schulen nun in Eigenverantwortung entscheiden, wie das bei ihnen mit den Abschlussfeiern laufen soll.

Zwischen Unterricht, Prüfungsaufsicht und Absprachen mit den Kollegen bleibt den Direktoren und Lehrern nicht viel Zeit, sich über die Verabschiedung der Absolventen Gedanken zu machen. Seit der jüngsten Lockerung der Corona-Bestimmungen sind zudem erst ein paar Tage ins Land gegangen. Entsprechend vage sehen die Planungen für diesen wichtigen Tag im Leben der Zehnt- und Zwölftklässler vielfach noch aus. Frank Zierfuß, der das Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium in Niesky leitet, ist mit seinem Kollegium noch in der Findungsphase. "Ich muss wohl ein paar Nächte drüber schlafen", meint er schmunzelnd. Noch habe man ja ein bisschen Zeit. "Sechs Wochen bleiben in diesem Schuljahr." Eine seriöse Auskunft sei deshalb aktuell nicht möglich.

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Eine Abschlussfeier wie im vergangenen Jahr wird es im Nieskyer Bürgerhaus diesmal nicht geben. Wie die Zeugnisse am Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium überreicht werden, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.
Eine Abschlussfeier wie im vergangenen Jahr wird es im Nieskyer Bürgerhaus diesmal nicht geben. Wie die Zeugnisse am Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium überreicht werden, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. © André Schulze

Zeugnisübergabe in mehreren Etappen

Auch Karin Schnaubelt kann und will noch nichts Genaues sagen. Erst Ende der Woche berät die Leiterin der Reichenbacher Oberschule über das Thema mit ihren Kollegen. Fest steht aber: "Wir sind froh, dass die Zeugnisübergabe überhaupt in einem feierlichen Rahmen stattfinden kann, auch wenn das mit den vergangenen Jahren wohl nicht zu vergleichen ist." 51 Schulabgänger aus zwei zehnten und einer Hauptschulklasse gibt es hier. "Sonst machen wir das in der Aula. Aber wenn jeder seine Eltern mitbringt, dazu das Lehrerkollegium - dafür ist der Raum einfach zu klein." Denn nach wie vor sind Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Deshalb, vermutet die Direktorin, "werden wir uns wohl für mehrere Etappen entscheiden - also jeweils so viele Absolventen verabschieden, wie das unter den aktuellen Bedingungen möglich ist."

Die sonst traditionelle Absolventen-Party fällt in diesem Jahr - wie bei den anderen Oberschulen und Gymnasien - ins Wasser. "Die Organisation ist zwar nicht Sache der Schule. Aber ich denke, bei den momentanen Einschränkungen ist das nicht zu machen", so Karin Schnaubelt. Apropos Wasser. "Von Katastrophen sind unsere Abschlussklassen ja doppelt betroffen. Vor zehn Jahren hatten wir das Jahrhunderthochwasser. Die Schuleinführung damals war alles andere als ein Hit."

Vor zehn Jahren kam das Witka-Wasser

Das sieht auch Frank Dörfer von der Görlitzer Scultetus-Oberschule so. "Wir hatten mit den Wassermassen des gebrochenen Witka-Staudamms zu tun. Ein Schuleingang war überhaupt nicht drin." Um so mehr habe er auf die vom Freistaat verfügten Lockerungen gehofft. "Es ist mir einfach ein Bedürfnis, die Kinder jetzt wenigstens mit einer richtigen Abschiedsfeier hinaus ins Leben zu schicken." Wobei sich dieser letzte wichtige Moment im Schülerdasein von anderen Feiern stark unterscheiden wird. "Wir gehen zwar wie gewohnt ins Wichernhaus, teilen unsere rund 60 Schüler aber in zwei Gruppen." Die Räumlichkeiten sind so groß, dass auch die Eltern mit dabei sein können. Sogar kleine Kulturbeiträge sind für die beiden Verabschiedungsrunden vorgesehen. Solokünstler, Duette, Pianist, Playback - Frank Dörfer sagt nur ein paar Stichworte. Was genau zu erleben ist, verrät er nicht.

Feiern mit Eltern statt Videoübertragung

Ebenfalls gestaffelt werden die Zeugnisse am Görlitzer Augustum-Anne-Gymnasium überreicht. Rektor Frank Gröll rechnet mit fünf bis sieben Veranstaltungen für seine insgesamt rund 90 Abiturienten. Für den Fall, dass keine Feiern mit Angehörigen möglich gewesen wären, waren sogar Videoübertragungen angedacht. Aber auch so muss noch jede Menge organisiert werden. Denn in diesem Jahr werden - statt im Theater - die Zeugnisse im Hof Augustum, in der Aula oder in der Kapelle überreicht. "Wir werden uns da ganz nach dem Wetter richten", ist der Schulleiter froh, dass er sogar unter mehreren Möglichkeiten wählen kann.

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Auf die Aula im eigenen Haus weicht auch das Joliot-Curie-Gymnasium aus. "Das wird funktionieren, weil wir uns in kleine Gruppen mit maximal 14 Schülern aufteilen wollen", erklärt Direktor Wolfgang Mayer. "Jeweils zwei Elternteile dazu macht knapp über 40 Personen. Zusammen mit uns Lehrern werden wir die zugelassene Maximalzahl von 50 nicht überschreiten." Insgesamt werde es wohl vier oder fünf Durchgänge geben.

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