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Haarige Topmodels

Die Preisrichter haben gestern 218 Kaninchen unter die Lupe genommen. Nicht jedes war perfekt.

Von Peggy Zill

Hätte das Angorakaninchen keine Ohren, würde es gut als Wattebausch durchgehen. Noch bevor Frank Hecker mit der Bewertung beginnt, hüpft es schon mal auf die Waage: 4,36 Kilogramm. Ein gutes Gewicht. Aber der Reihe nach: Frank Hecker blättert zunächst Buch nach der Rasse. Dann schaut der Preisrichterobmann dem Kaninchen ins Ohr und findet dank einer Tätowierung heraus, wo es herkommt. Nun tastet er das Tier genau ab. Dieses liegt entspannt auf der Theke und lässt die Prozedur ohne zu murren über sich ergehen. „Für die Fellproduktion spielt die Form keine Rolle. Bei uns schon“, sagt der Preisrichter. Weil er aber nichts sieht, muss er die Körperform fühlen. Nach wenigen Minuten steht fest: Das Kaninchen ist fast vorzüglich, bekommt also eine hohe Punktzahl. Das kann Frank Hecker nicht allein entscheiden. Ein zweiter Preisrichter kommt und knetet es noch einmal durch. Am Ende lautet das Ergebnis 97,5 von 100 möglichen Punkten. Geschoren hätte das Angorakaninchen keinen so guten Eindruck hinterlassen.

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Dutzende Kaninchen sind gestern durch die Hände von Frank Hecker und der anderen Preisrichter gegangen. Der Rassekaninchenzüchterverein (RKZ) S 94 Döbeln lädt heute und morgen zur Regionalverbandsschau ein. Insgesamt 218 Kaninchen unterschiedlicher Rassen aus sechs Vereinen gibt es in der Staupitzhalle in Döbeln zu sehen. Im Vorfeld wurde jedes Tier bewertet. „Das ist wie beim Modellwettbewerb“, sagt Jörg Peterseim vom RKZ S 94 Döbeln. Die Preisrichter nehmen auch hier kein Blatt vor den Mund. Ein Kaninchen, das ein paar weiße Flecken am Ohr hat oder auf einem Auge blind ist, verlässt die Ausstellung mit einer Schlachtempfehlung. Die Fehler werden sonst in der Zucht weitergegeben.

Ein Dalmatiner-Rex hingegen könnte preisverdächtige Nachkommen liefern. Von dem war Frank Hecker schon fast überzeugt. Besonders die gut verteilten schwarzen Punkte auf dem weißen Fell überzeugten den Preisrichter. „Sie müssen so aufgelockert wie möglich sein. Das kann man aber nicht beeinflussen, wo sie sitzen. Darum gleicht es ein wenig einer Lotterie“, erklärt der Experte. Das Exemplar vor ihm hat fast den Sechser im Lotto. Sogar die Ohren haben weiße Spitzen bekommen. Auf der Waage kam er aber nur auf 3,39 statt der erforderlichen 3,5 Kilogramm. Für das Prädikat „Vorzüglich“ reicht das leider nicht aus.

Eröffnung der Rassekaninchenschau in der Staupitzhalle ist heute um 9.30 Uhr.