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Haarschneiders Wohlfühlsalon

Aus dem Renovieren wurde ein Relaunch. Ab heute hat der Damensalon wieder geöffnet.

Von Uwe Schulz
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Ein Glas Sekt nach vier Wochen Umbau. Heiko Schneider vor dem neuen Tresen in seinem Salon in der Kirchstraße. Links geht es in den Herrensalon, rechts in den für die Damen.
Ein Glas Sekt nach vier Wochen Umbau. Heiko Schneider vor dem neuen Tresen in seinem Salon in der Kirchstraße. Links geht es in den Herrensalon, rechts in den für die Damen. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wochenlang prangte im Schaufenster in der Kirchstraße groß „Wir schließen“. Man musste schon genauer hinschauen, um den Zusatz zu erkennen, der besagte, dass der Damensalon von HaarSchneider am 9. Februar wieder neu öffnen würde. Nach 15 Jahren Dauerbetrieb hatten Heiko Schneider und das 36-köpfige Team einen vierwöchigen Interimsbetrieb auf sich genommen und den Salon Handwerkern aus der Region überlassen. Vom Ergebnis überzeugten sich am Samstag beim Eröffnungsevent einige Hundert Kunden. Zur Feier des Tages war Frank Brormann, Erfinder des Calligraphy-Cuts da. Haarschneider ist seit zwei Jahren Lizenznehmer. Der Schnitt mit einem speziellen Messer kürzt die Haare exakt im Winkel von 21 Grad. Dadurch sollen die Haare schöner, voller und widerstandsfähiger werden. Heiko Schneider kennt die Vorteile, etliche Kundinnen auch. Es wird gezielt nach dieser Technik verlangt. Der Umbau selbst unterlag zwei Zielen: Zum einen Verbesserung von Abläufen im Salon, zum anderen mehr Wohlfühlatmosphäre bitte. Also wurde der Windfang des Hauses, der bislang Herren- und Damensalon voneinander trennte, in das Geschäft integriert. Wer den 300 Quadratmeter großen Salon betritt, hat sofort den Tresen vor sich, der eine Mischung aus Bar und Hotelempfang ist. Hier meldet man sich an, bekommt neue Termine, aber auch ein Getränk. Männer dann nach links in den bekannten Herrensalon, Frauen nach rechts in den neuen Damensalon. Es dominieren Schwarz und Weiß. Großformatige Blumenbilder, ein farbiges Sofa, ein bisschen Empire-Stil hier, praktische, dick gepolsterte Sitzmöbel in den Fensteröffnungen da. In einer Wand ist ein Weinkühlschrank eingebaut. Durchdachte Lösungen bis hin zur neuen Lüftung. Zuerst wurden in der Planung die Frisierplätze angeordnet. Dann ging es ums Wohlfühlen. Für das Gefühl hat Heiko Schneider auf einen Frisierplatz verzichtet. Und auch auf sichtbare Technik wie Bildschirme (bis auf einen). Digitalisierung findet bei den Abläufen, wie Abrechnung und Buchungssystem statt. Wohlfühlen ist so herrlich analog und es spielt so vieles hinein. Also hat man beispielsweise auch in leisere Föhne investiert.

Bei der Ausgestaltung hat Heikos Frau Sylvia, selbst Unternehmerin, das Zepter übernommen. Wenn man mit ihnen über den neuen Salon spricht, dann fällt einem nach einer Weile auf, dass es irgendwie gar nicht ums Frisieren geht. „Da machen wir ja ohnehin viel, gerade beim Thema Schulung, Weiterbildung“, sagt Heiko Schneider. Er verweist auf die steigenden Friseurpreise. „Aber ich kann doch wegen Mindestlohn nicht einfach nur die Preise erhöhen, ich muss den Kunden auch mehr bieten. Wir sind jetzt Wohlfühldienstleister.“ Und wenn man die Wohlfühl-Oase verlässt, ist man ganz nebenbei auch noch frisch frisiert.