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Habt ihr alle schon eure Wunschzettel geschrieben?

„Jungs, ihr sitzt ja hier wie die Hühner auf der Stange. Habt ihr denn schon eure Wunschzettel geschrieben?“ fragt der Weihnachtsmann und schwingt energisch seine Rute. Die ehemaligen Hortkinder, die...

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

„Jungs, ihr sitzt ja hier wie die Hühner auf der Stange. Habt ihr denn schon eure Wunschzettel geschrieben?“ fragt der Weihnachtsmann und schwingt energisch seine Rute. Die ehemaligen Hortkinder, die zum Striezelmarkt ins Thiendorfer Kneipp-Kinderland gekommen sind, können den herben Ton des Herren in Rot mit dem dicken Rauschebart ab. Doch die Kleinsten im Kinderhaus sind etwas erschrocken, drängen sich ängstlich an ihre Mama oder fangen sogar an zu weinen. Laura und Katharina, die zwei und drei Jahre alten Schwestern, gehen dagegen in die Offensive. Ein bisschen zögerlich, aber dann doch mutig reichen sie dem großen Mann ihre Schnuller. Wenn die endgültig aus dem Haus sind, werden sie wohl am Heiligabend ihre Geschenke bekommen, hoffen die Mädchen. Gott sei Dank gibt es hier heute vieles, womit man sich von dem Verlust ablenken kann.

Denn wie auf einem richtigen Striezelmarkt wird gebastelt, gemalt und geschmaust. Weihnachtsduft von frischen Waffeln, Kräppelchen und Glühwein für die Eltern und Großeltern liegt in der Luft. Mit großem Eifer werden Wunschzettel gestaltet. Die nimmt der bärtige Rotmantel in seinem als Wald gestalteten Zimmer gern entgegen. Kleine Geschenke können auch die lustigen Schneemänner und Nikolause sein, die nebenan mit Schnur-Schlenkerbeinen gebastelt werden. Dekorativ wirken aus Papier ausgeschnittene weiße Schneesterne, niedlig sehen die kleinen gefalteten Verpackungen für Minigeschenke aus. Und selbst die Erwachsenen üben sich in Fingerfertigkeit. Immer ist der Tisch, an dem dekorative Holzglocken mit Anhängern versehen werden, voll besetzt.

Anerkennend sehen die Eltern, wir ihre Kinder in der von den Landfrauen betriebenen Einrichtung die Räume mit geschmückt haben. Geld für die Vorbereitung des adventlichen Treibens erhielt das Kneipp-Kinderland zum Beispiel von der SPD-Fraktion des sächsischen Landtages. Von dort bekam die Einrichtung kürzlich den Integrationspreis 2003 im Bereich Kindertagesstätten und dazu 150 Euro. Sieben der 44 Heranwachsenden, die in Thiendorf betreut werden, sind Integrationskinder.

Seit Sommer hat das Haus in freier Trägerschaft den Namen Kneipp-Einrichtung. Die Kinder werden an die fünf Kneippschen Regeln gesunden Lebens herangeführt. Der Kreislandfrauenverein als Träger legt Wert auf naturnahe, traditionsverbundene Erziehung. Das war auch gestern zu spüren.