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Hälfte des Wassernetzes ist schon erneuert

Vor zehn Jahren gründete der Zweckverband Wasserversorgung Landkreis Bautzen, in dem alle Gemeinden des Altkreises Bautzen bis auf Königswartha und Cunewalde Mitglied sind, eine GmbH: die Kreiswerke Bautzen Wasserversorgung. Ihre Aufgabe ist es, die Menschen in der Region mit dem kostbaren Nass zu beliefern.

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Von Rica Sturm

Wenn Geschäftsführer Klaus Müller an die vielen Havarien vor zehn Jahren zurückdenkt, schmerzen ihn die Erinnerungen. „Damals hatten wir über 900 Rohrbrüche im Jahr. Wenn man bedenkt, dass ein Rohrbruch zirka 1 500 Euro kostet, ist uns viel Geld verloren gegangen“, sagt der Kreiswerke-Chef.

Rohrbrüche sind inzwischen seltener geworden. 220 sind es heute im Schnitt pro Jahr. Grund für den Rückgang der Havarien sind die Investitionen der Kreiswerke in den vergangenen zehn Jahren. „Überall, wo im Landkreis Straßen gebaut werden, erneuern wir die Trinkwasserleitungen gleich mit. Weil wir uns mit anderen Firmen die Tiefbau- und Schwarzdeckenarbeiten teilen, haben wir in den vergangenen Jahren rund zwölf Millionen Euro eingespart“, rechnet Klaus Müller vor.

Vom 630 Kilometer langen Trinkwasser-Leitungsnetz sind rund 290 Kilometer erneuert. Hinzu kommen zirka 300 Kilometer Hausanschlüsse, von denen gut zwei Drittel ausgetauscht sind. Mit dem zurückgehenden Straßenbau sind in den vergangenen Jahren jedoch die Investitionen der Kreiswerke weniger geworden. Gab das Unternehmen in den Anfangsjahren noch 7,5 Millionen jährlich aus, so sind es jetzt 1,5 Millionen.

„Seit 1998 wenden wir uns stärker der Wasseraufbereitung zu“, erklärt der Geschäftsführer und meint damit den Bau von Entsäuerungsanlagen. Fünf solcher Anlagen sind in den Vorjahren entstanden – zum Beispiel in Schirgiswalde und Crostau – fünf werden noch gebaut. Durch moderne Technologien, die ohne Chemikalien auskommen, haben die Kreiswerke die Kosten gedrückt. „Früher bezahlten wir rund 100 000 Euro für eine Anlage. Jetzt ist es weniger als die Hälfte“, berichtet Klaus Müller. Bei den neuesten Entsäuerungsanlagen wird mit Luft das im Trinkwasser enthaltene Kohlendioxid ausgetrieben. Ähnlich wie im Haushalt, wo man ein Glas Sprudel vor dem Trinken eine Weile stehen lässt, damit etwas Kohlensäure entweicht. Dieses Verfahren verbessert den pH-Wert und damit die Qualität des Wassers.

Im Altkreis Bautzen versorgen die Kreiswerke fast alle Kommunen mit Trinkwasser, das aus Sdier sowie aus Quellen und Brunnen im südlichen Landkreis kommt. Ausgenommen sind Königswartha, Cunewalde und die Stadt Bautzen. 63 600 Einwohner hängen am Trinkwassernetz des Bautzener Unternehmens.

Aber nicht alle Menschen, die im Versorgungsgebiet der Kreiswerke wohnen, nehmen auch deren Nass ab. „Etwa 1 300 Leute werden von uns nicht beliefert. Sie haben entweder einen eigenen Brunnen wie in Binnewitz bei Großpostwitz oder sie sind Mitglied einer Wassergenossenschaft wie in Crostau“, sagt Klaus Müller.

Optimistisch blickt der Kreiswerke-Chef in die Zukunft. „Wir wollen uns künftig stärker als Dienstleister im Abwasserbereich engagieren. Außerdem bauen wir die Kredite weiter ab, indem wir Investitionen nur noch aus laufenden Einnahmen finanzieren und wollen den Wasserpreis mittelfristig stabil halten“, zählt die Ziele auf.