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Händler am Markt gegen Parkverbot

Die Geschäftsleute fürchten Umsatzeinbußen. Sie haben konkrete Vorschläge, um die Situation zu entschärfen.

Von Tina Soltysiak

Viele der Geschäftsinhaber mussten aus der Zeitung von den Plänen zur Umgestaltung des Marktplatzes inklusive Parkverbot erfahren, die Bürgermeister Michael Hiltscher (CDU) im SZ-Interview erklärt hatte. „Ich finde es schade, wie die Informationspolitik zu diesem Thema verläuft“, sagt Optiker Jürgen Dreßler. Auch Dörte Wagner, die den Schreibwarenladen „Papier-Elefant“ am Marktplatz betreibt, schimpft: „In Zittau wird immer irgendwas gemacht, ohne dass vorher die Anlieger befragt werden.“ Diese Vorgehensweise der Stadt Zittau bemängelt auch Jörg Gullus. „Diese Planerei vom Schreibtisch aus stört mich“, sagt der Inhaber von Herrenmoden Gullus. In seiner Funktion als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Zittau weiß er: „Es gab keinerlei Untersuchungen zum Kaufverhalten vor Ort, sondern es wurden Vergleichswerte aus anderen Städten herangezogen.“ Prinzipiell habe er nichts gegen das Parkverbot ab 2015 - „aber nur, wenn man feststellt, dass es der Stadt wirklich etwas bringt“. Diese Meinung teilt Matthias Henke. „In anderen Städten funktioniert ein parkfreier Marktplatz prinzipiell auch“, sagt der Betreiber des CD-Studios. Wenn in der Badergasse Parkmöglichkeiten geschaffen würden, könne er sich vorstellen, dass es keine großen Probleme geben werde. Nichtsdestotrotz wünscht er sich, dass auch nach der Neugestaltung noch einige wenige Parkplätze auf dem Marktplatz verbleiben.

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Ich habe wirklich Angst, Kundschaft zu verlieren. Das Thema ist richtig ernst zu nehmen, denn schon jetzt merke ich einen Umsatzrückgang. Wenn das Center kommt, wird es sicherlich nicht besser. Dörte Wagner, SchreibwarenhandelPapier-Elefant
Ich habe wirklich Angst, Kundschaft zu verlieren. Das Thema ist richtig ernst zu nehmen, denn schon jetzt merke ich einen Umsatzrückgang. Wenn das Center kommt, wird es sicherlich nicht besser. Dörte Wagner, SchreibwarenhandelPapier-Elefant
Allerdings wäre es schon schön, wenn auch nach der Neugestaltung noch einige wenige Parkplätze verbleiben. Ich kenne das konkrete Konzept nicht, aber was mir Sorgen bereitet, ist die zeitliche Logistik für die Anlieferung meiner Ware. Wird diese zuverläss
Allerdings wäre es schon schön, wenn auch nach der Neugestaltung noch einige wenige Parkplätze verbleiben. Ich kenne das konkrete Konzept nicht, aber was mir Sorgen bereitet, ist die zeitliche Logistik für die Anlieferung meiner Ware. Wird diese zuverläss

Frau Wagner ist eine entschiedene Gegnerin der Pläne. „Die Händler finden hier sowieso schon schlechte Rahmenbedingungen vor. Und wenn das Center kommt, wird es sicherlich nicht besser“, beklagt sie.

Die Befürchtungen sind groß, dass sich die Abschaffung der Parkplätze wohl nachteilig aufs Geschäft auswirken wird. Optiker Dreßler konketisiert: „Mein Kundenstamm ist überwiegend in einem Alter, wo die Leute nicht mehr so weit laufen wollen beziehungsweise können.“ Frau Wagner geht sogar so weit, dass sie ihre Bedenken äußert, ihr Geschäft eventuell über kurz oder lang schließen zu müssen. „Ich habe wirklich Angst, Kundschaft zu verlieren. Das Thema ist richtig Ernst zu nehmen, denn schon jetzt merke ich einen Umsatzrückgang“, ergänzt sie.

Die vier Händler sind sich in dem Punkt einig, dass viele Konsumenten es vorziehen, direkt bis an die Einkaufsstätte heranzufahren. „Wenn sie könnten, würden sie am liebsten direkt bis in den Laden rein fahren“, meint Henke.

Dreßler äußert einen konkreten Vorschlag für einen Kompromiss: „Vielleicht ist es möglich, dass auf dem Markt ein Parkplatz vor meinem Geschäft eingerichtet wird, auf dem meine Kunden dann mit einer Kundenparkkarte für einen begrenzten Zeitraum stehen können.“ Er führt das Optik-Unternehmen in zweiter Generation. Aufgrund dieser Tradition ist für ihn zum jetzigen Zeitpunkt ein Standortwechsel ausgeschlossen. Seit 2005 führt er das Geschäft. „Als das Parken auf dem Markt damals wieder gestattet wurde, hatte das schon deutlich positive Auswirkungen auf den Kundenzustrom“, sagt Dreßler. Nun befürchtet er, dass sich mit dem Center-Neubau und der guten Parksituation die Kaufkraft in die Neustadt verlegen wird. Dem stimmt Frau Wagner zu und ergänzt: „Sie beruhigen mit dem neuen Konzept den Marktplatz eher, als dass sie ihn beleben.“

Henke eröffnete sein CD-Studio 2010. Ihn treiben ganz andere Bedenken: „Ich kenne das konkrete Konzept nicht, aber was mir Sorgen bereitet, ist die zeitliche Logistik für die Anlieferung meiner Ware. Wird diese zuverlässig gewährleistet?“ Außerdem wundert ihn die Bauzeit von zwei Jahren: „Anderswo geht das zügiger.“

Zittaus Bürgermeister Hiltscher hatte im SZ-Interview geäußert, dass der Markplatz ohne Autos erst richtig zur Geltung komme.