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Händler im Riesapark klagt über Einbußen

Seit Tierreich umgezogen ist, kommen deutlich weniger Kunden. Der Inhaber hat eine Idee, woran das liegen kann.

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Von Stefan Lehmann

Eigentlich könnte Mario Büttner ganz zufrieden sein mit dem Umzug des Tierreichs innerhalb des Riesaparks. Den Kunden jedenfalls gefalle das neue Geschäft. „Schöner und größer, das hören wir von den Leuten, die zu uns kommen“, sagt Büttner.

Wenn sie denn ins Tierreich kommen. Denn das ist Büttners großes Problem: Seit dem Umzug vom oberen in den unteren Teil des Centers bleiben die Kunden weg. „Den Tiefpunkt hatten wir vor einer Woche. 51 Kunden – das ist ein Witz“, sagt Büttner und seufzt. Im Monat habe er rund ein Viertel weniger Kundschaft, in absoluten Zahlen kommen monatlich 700 Menschen weniger als vor dem Umzug im Februar. „Seit wir im März hier eingezogen sind, machen wir jeden Monat 10 000 Euro weniger Umsatz“, klagt der Unternehmer. Wie das kommt? Büttner zuckt mit den Schultern. „Man merkt schon, dass hier unten weniger Begängnis ist. Es war wohl doch auch mehr Laufkundschaft da, als gedacht.“ Den Hauptgrund für die schlechte Geschäftslage aber hat Mario Büttner schnell ausgemacht. Das Zoofachgeschäft sei einfach schwerer zu finden. Denn über den Schaufenstern des Geschäfts prangt noch immer groß das Logo der Modekette Kress. Der kleine „Tierreich“-Schriftzug darunter gehe nun einmal völlig unter. „Viele Kunden finden uns einfach nicht“, vermutet Büttner. „Die denken, wir hätten geschlossen.“

Ähnlich hatte es auch Centermanager Frank Wiedemann in der vergangenen Woche formuliert. Es hänge noch an einer Genehmigung der Stadt, erklärte er der SZ. Das stimmt so nicht, widerspricht Stadtpressesprecher Uwe Päsler. Zwar seien die Malerarbeiten als Außenwerbung genehmigungspflichtig. „Die Genehmigung der Stadt liegt in diesem Fall aber bereits seit 22. April vor, denn es ist ja in unserem Interesse, dass die Händler beste Bedingungen haben.“ Ein Fehler, den Centermanager Frank Wiedemann gestern einräumte. „Das war der Stand den ich kannte, der war offenbar nicht mehr aktuell“, sagt er.

Tierreich-Chef Mario Büttner wusste von der vorliegenden Genehmigung. Doch erst im Mai, so sein Vorwurf, hätten sich Centermanagement und Centerbetreiber darum bemüht, Rücksprache mit Kress zu halten. Denn für die Tierreich-Werbung muss zunächst auch das Kress-Logo auf der Wand übermalt werden. Dass diese Rücksprache erst so spät stattfand, kann Büttner nicht verstehen.

Der Centermanager wollte die Vorwürfe, Centerbetreiber und -manager hätten sich zu viel Zeit gelassen, nicht im Detail kommentieren. Der Tierreich-Chef sei „nicht der einfachste Mieter“, sagt Wiedemann. Auch Büttner bestätigt, dass es schon seit Jahren Streit zwischen ihm und den Verantwortlichen des Riesapark gibt, auch juristischen. Das seien Interna, die er nicht öffentlich kommentieren wolle, erklärt wiederum der Centermanager.

Eine Besserung der Werbe-Situation ist trotzdem in Sicht, denn mittlerweile hat Kress sein Einverständnis zur Entfernung des Schriftzugs gegeben. Gestern sei der erlösende Anruf der beauftragten Malerfirma gekommen. Die wird schon heute damit beginnen, das Kress-Logo zu übertünchen. „Am Montag könnte dann unsere Werbung an die Fassade“, sagt Mario Büttner. „Ich bin gespannt, ob’s was bringt.“ Er muss darauf hoffen, dass wieder mehr Kunden kommen. „Seit wir 2010 als Tierreich eigenständig sind, ging es uns in jedem Jahr besser. Nun weiß ich nicht, ob wir das Ende des Jahres erleben.“