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Händler in Neukirch zittern wegen Straßenbau

Die B 98 bekommt im Sommer auf drei Kilometern eine neue Schwarzdecke. Die Vollsperrung bereitet einigen Anliegern Sorgen.

Von Ingolf Reinsch

Noch viereinhalb Wochen, dann beginnen in Neukirch Straßenbauarbeiten. Zwischen dem Ortseingang aus Richtung Putzkau und der Kreuzung am Hotel „Oberland“ wird die Deckschicht erneuert. Gebaut wird in fünf Abschnitten jeweils bei Vollsperrung, wobei der längste Abschnitt über einen Kilometer lang ist.

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Carmina Burana Konzerte am See
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Der Chor der Europa Akademie Görlitz feiert unter der Leitung von Joshard Daus mit der „Carmina Burana“ einen leidenschaftlichen Ausblick für die kommende Saison.

Ein Gewerbetreibender im Niederdorf, der lieber unerkannt bleiben will, läuft Sturm gegen die jetzt geplante Deckenerneuerung. In einigen Jahren soll ein größerer Abschnitt des jetzigen Baubereiches saniert werden. „Wir haben dann zweimal die Baustelle vor unserer Tür“, sagt er. Außerdem sei es aus seiner Sicht wirtschaftlicher, nur einmal zu bauen, dafür aber richtig. Tonnagebegrenzungen und Tempolimits könnten die Situation entspannen, bis es Geld für einen grundhaften Ausbau gibt, sagt der Neukircher.

Wegen des schlechten Straßenzustandes gilt für Lkw in mehreren Abschnitten bereits Tempo 30. „Die Belastungen für die Anlieger haben eine Schwelle erreicht, die zeitnahe Gegenmaßnahmen erforderlich macht, um Lärmbelästigungen und Erschütterungen einzudämmen“, sagt Peter Welp vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Der Bereich zwischen Ortseingang und Parkstraße, der später ausgebaut werden soll, bekommt nur eine vier Zentimeter starke Asphaltschicht, die drei bis sechs Jahre halten soll. Im anderen Bereich bis zur „Oberland“-Kreuzung sind drei Asphaltschichten geplant. Dieser Straßenabschnitt soll dann 15 Jahre halten.

Für die Zeit der Sommerferien wird die Bundesstraße in Neukirch für sämtlichen Durchgangsverkehr gesperrt. Den Geschäften wird das Abbruch tun. Trotzdem steckt einer SZ-Umfrage zufolge kaum ein Händler den Kopf in den Sand. Im Gegenteil. „Ich bin zwar Kaufmann. Aber ich kenne auch den Straßenzustand. Es tut not, dass die Straße gebaut wird“, sagt Andreas Thräne, Inhaber eines Modegeschäftes. Ina Dießner, die den Nahkauf in der „Eisengießerei“ führt, erwartet sinkende Umsätze in der Bauzeit. Sie will abwarten, was auf einer Versammlung für Gewerbetreibende und Unternehmer nächsten Mittwoch zum Thema Straßenbau gesagt wird. Gemeinde und Lasuv laden dazu ein. Bürgermeister Gottfried Krause (CDU): „Die Bundesstraße ist die Lebensader für Neukirch. Wir wollen umfassend informieren, damit sich Händler und Unternehmen auf den Straßenbau einstellen können.“ Er habe dabei eine breite Zielgruppe im Blick: vom Einzelhändler bis zum größten Arbeitgeber im Dorf, der Firma Trumpf. Auch sie wird vom Straßenbau betroffen sein. Wenn auf der Kreuzung am Hotel „Oberland“ gebaut wird, müssen Zulieferer und Kunden weite Umwege fahren. Laut Lasuv wird das Treffen nächsten Mittwoch auch dazu dienen, sich mit Gewerbetreibenden individuell abzustimmen. „Damit sollen die Auswirkungen auf ein Minimum reduziert werden“, sagt Peter Welp.

Treffen für Neukirchs Geschäftsleute: 11. Juni, 15 Uhr, Rathaus, Zimmer 5