SZ +
Merken

Händler wagen neuen Vorstoß

Sonntagsöffnung. Pirnaer Ladenbesitzer können auf das Weihnachtsgeschäft nicht verzichten.

Teilen
Folgen

Von Anja Weber

Nach dem Vorjahreskrieg um die Sonntagsöffnungszeiten im Advent wagen die Pirnaer einen erneuten Vorstoß. An drei Sonntagen können in diesem Jahr die Geschäftsleute in der Innenstadt öffnen. Das beschloss die Mittelstandsvereinigung in ihrer jüngsten Sitzung. „Die Händler einigten sich auf eine Öffnungszeit von 14 bis 19 Uhr. Das entspricht auch der Öffnungszeit des Weihnachtmarktes“, sagt Volker Rühle, der Chef der Mittelstandsvereinigung.

Jeder Tag ist wichtig

Eine offizielle Genehmigung durch die Stadtverwaltung gibt es für diese Aktion. Das könnte den Händlern Mut machen, ihre Ladentüren sonntags im Advent doch wieder zu öffnen. Denn im vergangenen Jahr gab es viel Ärger darum. Das Regierungspräsidium untersagte strikt, an den Sonntagen im Dezember zu öffnen. Die Händler waren sauer. Aber sie lassen sich nicht entmutigen, wie Steffi Hacke vom Naturmoden-Geschäft in der Schuhgasse. „Für uns ist jeder Tag wichtig“, sagt sie. „Wir müssen jede Chance nutzen, die Geschäfte zu öffnen.“ Und mit der richtigen Werbung würden dann sicherlich auch ausreichend Kunden nach Pirna kommen. Auf das Marketingkonzept haben sich die Mittelstandsvertreter bereits geeinigt.

Auf Plakaten, in Zeitungen, im Radio und im Fernsehen wollen sie für offene Geschäfte an den Adventsonntagen werben. „Es werden Flyer gedruckt“, sagt Volker Rühle, „auf denen auf der Vorderseite für die Weihnachtsaktion der Stadt geworben wird und auf der Rückseite die Händler genannt werden, die sich an dieser Aktion beteiligen. Jeder von ihnen zahlt dafür 20 Euro. Eine Summe, die die meisten gern aufbringen, wie auch Andrea Uszakiewicz von Uscha-Herrenmoden in der Dohnaischen Straße/Schmiedegasse. Sie ist Sprecherin für die Geschäfte in der Umgebung. Hier gebe es geteilte Ansichten über den neuerlichen Vorstoß der Pirnaer Händler. „Einige befürchten, sie dürfen dann letztlich so wie 2005 doch nicht öffnen“, sagt Andrea Uszakiewicz. Andere wiederum seien Feuer und Flamme und hätten auch ihren Werbekostenbeitrag schon abgeliefert. „Die Aktion ist schon eine gute Sache“, sagt die Geschäftsfrau. Vor allem auch, weil die meisten Händler Angst vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer haben und starke Einbußen befürchten. Mit dem Weihnachtsgeschäft könnte möglicherweise doch noch etwas Geld in die Kasse kommen. Die Händler überlegen derzeit auch, mit welchen zusätzlichen Aktionen die Kunden angelockt werden könnten. Verraten will da aber noch keiner etwas. Die Mittelstandsvereinigung empfiehlt, vor allem auch je nach Angebot, vor den Läden zu verkaufen, „um straßenweise den Weihnachtszauber in die Innenstadt zu bringen“, sagt Rühle. Der Fantasie hinsichtlich der weihnachtlichen Dekoration seien keine Grenzen gesetzt.

Sonntagsbummel in Familie

Einkaufen soll schließlich ein Erlebnis werden, sagt auch Klaus Nitzsche, Kreisvorsitzender des Handelsverbandes und Inhaber des Lederwarengeschäftes auf der Langen Straße. „Ich werde auf jeden Fall öffnen“, sagt der Geschäftsmann.

Er will unter anderem auch die Kollektion präsentieren, die er auf der Münchener Modemesse gezeigt hat. Er sieht die Öffnungszeiten im Advent vor allem als Chance, dass auch Familien gemeinsam einkaufen. Schließlich könne man über manche Anschaffungen nur in Familie entscheiden. Und die Jahre vorher hätten gezeigt, dass an Einkaufssonntagen die Stadt immer voller Kunden war.