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Händler werben für den Weihnachtseinkauf vor Ort

Noch überwiegen in Freital die Ladengeschäfte den Leerstand. Eine Aktion der Händler soll helfen, dass das auch so bleibt.

Von Matthias Weigel

Das Geschäft im Internet ist zunehmend nicht nur ein Problem für die Umwelt. Auch der lokale Einzelhandel hat darunter zu leiden. Kerstin Müller vom Reisebüro Müller & Meer in Freital hat deshalb eine Initiative angeregt. „Im Internet habe ich in einer unserer Reisebüro-Facebook-Gruppen einen Text entdeckt und finde diese Idee sehr schön“, sagt sie. Sie könnte sich vorstellen, dass den Text alle Geschäfte in Tür oder Fenster kleben, um die Aktion bekannter zu machen. Zu lesen war in dem Beitrag der Appell, dass jeder seine Weihnachtsgeschenke bei kleineren lokalen Geschäften und Selbstständigen kauft und damit die umliegende Gemeinschaft unterstützt. „Ihr habt es in der Hand, ob Innenstädte bunt gemischt und individuell bleiben oder bald nur noch von Großkonzernen geprägt werden, die unter fragwürdigen Bedingungen produzieren oder in Deutschland keine Steuern zahlen“, heißt es. Etwas, dass auch Frau Müller so unterschreiben kann. „Wenn nur im Internet oder wo auch sonst gekauft wird, fallen Arbeitsplätze weg. Das zieht nach sich, dass für die nächste Generation auch Ausbildungsplätze wegfallen“, sagt die Geschäftsinhaberin. Und Steuern würden ja auch von den Gewerbetreibenden vor Ort bezahlt – und diese Einnahmen gehen fast eins zu eins an die Kommunen. „Es profitiert also am Ende jeder vor Ort“, so Kerstin Müller. Und über den zunehmenden Ladenleerstand müsse sich dann auch niemand wundern – das beste Beispiel ist die Dresdner Straße in Freital.

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Sabine Stohr-Koitzsch von der Händlervereinigung Potschappel aktiv unterstreicht das. „In den Geschäften hier bekommen die Kunden beispielsweise auch einen umfassenden Service und individuelle Beratung“, sagt Stohr-Koitzsch, die am Markt in Potschappel ein Uhren- und Schmuckgeschäft betreibt. Es gehöre natürlich auch dazu, dass sich die Händler Mühe geben, den Kunden tatsächlich Qualität, Beratung und einen einladenden, ansprechenden Auftritt im Laden bieten.

Unter dem zunehmenden Internet-Einkaufsbummel haben auch die Wilsdruffer Händler zu leiden. Ebenso ist die Konkurrenz durch den Elbepark – von Wilsdruff aus in zehn Minuten zu erreichen – groß. Um sich dem entgegenzustellen, haben sie jetzt die Öffnungszeiten wieder vereinheitlicht mit wieder einem langen Donnerstag sowie mit zwei verkaufsoffenen Sonntagen in der Adventszeit. (mit hey)