merken
PLUS Dippoldiswalde

Hafermühle an der B 170 stürzt weiter ein

Das unendliche Drama um die Hafermühle in Dipps hat ein neues Kapitel bekommen. Feuerwehr und THW waren am Sonntag dort im Einsatz.

Der einsturzgefährdete Giebel an der Hafermühle wurde abgerissen. Das Dach ist soweit eingefallen, dass davon keine direkte Gefahr mehr für die Straße ausgeht.
Der einsturzgefährdete Giebel an der Hafermühle wurde abgerissen. Das Dach ist soweit eingefallen, dass davon keine direkte Gefahr mehr für die Straße ausgeht. © Karl-Ludwig Oberthuer

Vielleicht war es die Hitze am Sonntagnachmittag, die das alte Gebälk der Hafermühle  zum Knacken brachte. Es hat nachgegeben und das Dach des rechten Seitenflügels - von der Straße aus gesehen - ist weiter eingestürzt. Der Giebel hat sich auch geneigt, zum Glück aber nach innen und nicht zur Straße hin. Das hat  die Polizei festgestellt, bei der gegen 17 Uhr die Meldung eines Bürgers eingegangen ist. Der Mann hatte das Ganze beobachtet. 

Die Polizei hat den Fuß- und Radweg abgesperrt und die Feuerwehr alarmiert. Später wurde auch noch das Technische Hilfswerk hinzugerufen. Das Problem an der Hafermühle ist, dass sie so nah an der B170 steht. Selbst wenn der Giebel nach innen von der Straße weg einstürzt, besteht immer noch die Gefahr, dass eine Staubwolke den Autofahrern die Sicht nimmt oder doch einzelne Steine auf die Bundesstraße fallen, erklärt Lars Werthmann, der Dippser Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks. Das Dach hat gegen 17.20 Uhr nachgegeben und ist zusammengestürzt. Danach war der Giebel auf der Straßenseite nicht mehr stabil.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Der Giebel hat sich bewegt

Michael Hahn, Mitglied der Stadtfeuerwehrleitung Dippoldiswalde, berichtet: „Es war zu erkennen, dass sich der Giebel bewegt. Wir haben dann versucht, von unserem Hubsteiger aus den Giebel anzustoßen, sodass er von selber weiter einstürzt. Aber das hat nicht funktioniert.“ Es gab dann die Überlegung, einen Bagger über das Technische Hilfswerk heranzuholen. Doch in der Zwischenzeit war auch der Eigentümer der Hafermühle informiert worden und an der Einsatzstelle eingetroffen. Er hat einen eigenen Bagger über ein Bauunternehmen aus Obercarsdorf besorgt. Damit übernahm er die weitere Sicherung der Hafermühle. Der einsturzgefährdete Giebel wurde abgerissen. Das Dach ist soweit eingefallen, dass davon keine direkte Gefahr mehr für die Straße ausgeht.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk rückten wieder ab. Die Polizei kümmert sich noch um die Absicherung der Bundesstraße. Diese wurde während der Arbeiten an der Hafermühle halbseitig gesperrt. Kurzzeitig musste sie zweimal auch voll gesperrt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten, wie die Polizei informierte.

Dieses Foto vom Juni dieses Jahres zeigt das Dach noch intakt, das jetzt eingestürzt ist.
Dieses Foto vom Juni dieses Jahres zeigt das Dach noch intakt, das jetzt eingestürzt ist. © Egbert Kamprath

Die Hafermühle ist seit vielen Jahren ein Sorgenkind. Einst war sie bekannt für die Pflug-Haferflocken. Seit der Wende wird hier aber kein Getreide mehr verarbeitet. Die Gebäude wurden noch sporadisch genutzt. So hängt die Werbung für den Getränkemarkt, der hier vor Jahren angesiedelt war, noch immer.

Der Eigentümer der Hafermühle hat gewechselt

Bereits im Mai 2014 hat es dort einen Großeinsatz mit Feuerwehr und Technischem Hilfswerk gegeben. Der damalige Eigentümer hat mit Eigenleistungen den früheren Getreidebunker abgerissen und war damit halb fertig, als eine Wetterwarnung kam. Es gab die Befürchtung, dass die Wand des Bunkers, die wesentlich höher war als der jetzt eingestürzte Giebel, auf die Bundesstraße fällt. Deswegen wurde die B170 tagelang voll gesperrt und die Stadt, damals noch unter Oberbürgermeister Ralf Kerndt (Freie Wähler), hat einen Notabriss veranlasst, auf dessen Kosten sie allerdings sitzengeblieben ist. Auch der Staatsanwalt hat ermittelt, das Verfahren aber wieder eingestellt.

Weiterführende Artikel

Die Pläne für die Hafermühle in Dipps

Die Pläne für die Hafermühle in Dipps

Seit Jahren verhandelt der Hafermühlen-Eigentümer mit den Behörden. Wie er sich mit dem Denkmalschutz einigte.

Pläne für die Hafermühle bleiben aktuell

Pläne für die Hafermühle bleiben aktuell

Der Eigentümer des ruinösen Industriebaus an der B 170 in Dippoldiswalde hält an seinem Projekt fest. Allerdings braucht er dafür mehr Zeit.

Die Hafermühle ist wieder verkauft

Die Hafermühle ist wieder verkauft

Der letzte Eigentümer wurde mit dem Grundstück in Dippoldiswalde nicht glücklich. Wie geht es nun weiter?

Hafermühle zu verkaufen

Hafermühle zu verkaufen

Ein Teil der Dippoldiswalder Immobilie drohte schon mal auf die B 170 zu stürzen. Doch nicht nur einmal gab’s Ärger.

In der Zwischenzeit hat die Hafermühle ihren Eigentümer gewechselt. Seit 2016 gehört sie Dirk Boden aus dem Glashütter Ortsteil Johnsbach. Der Unternehmer will dort Wohnungen und Gewerberäume einrichten. 2017 hat er die erste Bauanfrage dafür gestellt, die er vor Kurzem noch einmal erneuert hat. Er hat allerdings Probleme mit den Auflagen des Denkmalschutzes. Diese fordern teilweise einen Erhalt der alten Bausubstanz. Boden ist damit einverstanden, muss aber das Gebäude auch so umbauen, dass es unter dem Strich wirtschaftlich bleibt. Hier laufen noch Verhandlungen. Verkehrseinschränkungen an der B170 bestehen im Moment nicht mehr.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde