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Haftstrafe für Darknet-Dealer

Ein gelernter Bankkaufmann finanzierte seine Drogensucht mit illegalem Internethandel für Kunden in ganz Europa.

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Dresden. Ulf S., der große Mengen Crystal auf anonymen Handelsplätzen im Internet in ganz Europa verkauft hatte, muss für vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Außerdem ordnete die Strafkammer des Dresdner Landgerichts die Unterbringung des 44-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an. Am ersten Prozesstag hatte S. eingeräumt, das Pseudonym „IcemanCZ“ von seinem Online-Dealer übernommen und binnen zehn Monaten rund 400 Gramm Crystal im sogenannten Darknet verkauft und per Post verschickt zu haben: Für ein Gramm kassierte er 110 Dollar, bezahlt wurde in virtuellen Währungen wie den „Bitcoins“. Knapp 32 000 Euro soll Ulf S. umgesetzt und später in Euro umgetauscht haben. Zuvor war der gelernte Bankkaufmann unter anderem wegen räuberischer Erpressung, Markenbetrugs und Urkundenfälschung schon insgesamt sieben Jahre in Haft. Er habe mit dem Handel seinen eigenen Konsum finanzieren und in der Zeit eine neue anonyme Online-Börse entwickeln wollen, so S..

Durch beschlagnahmte Drogen-Briefe und einen anonymen Hinweis konnten Polizei-Fahnder den Computer-Fachmann lokalisieren und überwachen – im Oktober 2014 wurde er festgenommen. Sein Verteidiger, der auf drei Jahre Haft plädierte, kündigte eine Revision an. Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre Haft gefordert. (soe)