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Hahnemannpreis für Grundlagenforschung

Zum zweiten Mal werden zwei Preise an Homöopathen vergeben. Ein Universitäts- Professor hält die Laudatio.

Helge Landmann vom Meißner Hahnemannzentrum und Silke Meisel von der Gesellschaft homöopathischer Ärzte in Sachsen informieren über die diesjährigen Hahnemann-Preisträger.
Helge Landmann vom Meißner Hahnemannzentrum und Silke Meisel von der Gesellschaft homöopathischer Ärzte in Sachsen informieren über die diesjährigen Hahnemann-Preisträger. © Claudia Hübschmann

Meißen. Im Jahr des 265. Geburtstages von Homöopathie-Begründer Samual Hahnemann werden am 4. April in der Schauhalle der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen zwei Preise an verdienstvolle Wissenschaftler und Praktiker verliehen. Vergeben wird der Wissenschaftspreis „Großer Meißner Globulus“ bereits zum vierten Mal. 

Der Stifterpreis der Bürgerschaft für ein Lebenswerk wird zum zweiten Mal verliehen. Beide Ehrungen werden von Hahnemanns Geburtsstadt Meißen, der Porzellan-Manufaktur und den Vereinen Meißner Hahnemannzentrum und Gesellschaft homöopathischer Ärzte in Sachsen vorgenommen.

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„Mit den beiden Preisen spannen die Veranstalter einen Bogen von der Grundlagenforschung bis hin zur langjährigen klinischen Praxis“, sagt der Vorsitzende des Meißner Hahnemannzentrums, Helge Landmann. Neben den Meissener Porzellanskulpturen, entworfen vom Designer Jörg Danielczyk, erhalten die Ausgezeichneten „ein Preisgeld im Wert von mehreren Hundert Euro“, sagt Geschäftsführerin Christiane Bense.

Den Wissenschaftspreis erhält in diesem Jahr die Forschungsgruppe um den gebürtigen Münchner Stephan Baumgartner für ihre homöopathische Grundlagenforschung. Der 54-Jährige ist seit 2009 am Institut für Komplementäre und Integrative Medizin der Universität Bern tätig. Er ist stellvertretender Direktor und Leiter der Fachrichtung „Klassische Homöopathie und Potenzierte Substanzen“. Zudem arbeitet er seit 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Witten-Herdecke in Nordrhein-Westfalen, am Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin.

Gerade diese Grundlagenforschung hat die Jury bewogen, sich für das Team um Baumgartner zu entscheiden. Denn immer noch ist eine gegenteilige Meinung weit verbreitet. „Homöopathie ist eine Wissenschaft“, sagt Landmann. „Es gibt Forschungen über die Homöopathie“, betont Silke Meisel von der Gesellschaft homöopathischer Ärzte in Sachsen. Die Homöopathin und Ärztin für Innere Medizin betreibt eine Praxis in Dresden und kooperiert seit Anfang der 90er Jahre mit dem Hahnemannzentrum in Meißen. Sie erklärt, dass es auch in der Homöopathie Doppelblindstudien gibt. Das Problem ist, „es fehlt der Dialog der Mediziner“, sagt sie.

„Insgesamt lagen neun hochwertige Nominierungen vor. Das ist ein enormer Sprung nach vorn“, sagt Landmann erfreut. Vorgeschlagen wurden die Kandidaten vom Verein „Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie“ in Köthen.

Die zweite Ehrung, den Stifterpreis, erhält Professor George Vithoulkas aus Griechenland für sein Lebenswerk. Der 87-Jährige habe als einer von ganz wenigen die Homöopathie in den 70er Jahren wieder in Europa eingeführt. Er zählt zu den bekanntesten Homöopathen des 20. Jahrhunderts und ist der Gründer der Internationalen Akademie für klassische Homöopathie. Seine Veröffentlichungen wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 1996 erhielt er den Alternativen Nobelpreis für seinen Einsatz für die Homöopathie.

Die Laudatio während der Festveranstaltung wird Professor Michael Frass halten. Er ist am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien der Leiter der Spezialambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“ in der Klinik für Innere Medizin I. Auf seiner Webseite schreibt der Facharzt: Homöopathie ist wirksam – nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie.

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