merken
PLUS

Zittau

Wird das Hainewalder Schloss teurer? 

Die Gemeinde Großschönau lässt die historische Bausubstanz weiter sichern. Doch die Auftragsvergabe wird immer schwieriger.

Anziehungspunkt nicht nur zum barocken Gartenfest: Das Schloss Hainewalde.
Anziehungspunkt nicht nur zum barocken Gartenfest: Das Schloss Hainewalde. © Foto: Matthias Weber

Angebot und Nachfrage regeln die Preise. Nirgendwo wirkt sich diese Erkenntnis gegenwärtig wohl drastischer aus als in der Baubranche. Auch die Gemeinde Großschönau kann gerade wieder ein Lied davon singen: Weil das Bauhandwerk dank großzügiger Fördermittelvergaben und anhaltender Niedrigzinsen allerorts boomt, wird es immer schwieriger, Baufirmen für die geplanten Investitionen zu finden - vor allem auch im geplanten Kostenrahmen.

Jüngstes Beispiel ist Los 6 der laufenden Baumaßnahme am Hainewalder Schloss. Auch wenn die Gemeinde das barocke Ensemble früher oder später verkaufen will, werden die Arbeiten zur Sicherung der historischen Bausubstanz fortgesetzt. Gegenwärtig ist der Nordanbau in Arbeit und schon fast fertig. Als letzten Schritt wollte die Gemeinde die Putz- und Malerarbeiten und die Sanierung der historischen Grafitto-Malerei vergeben.

Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Das zuständige Planungsbüro hatte dafür Baukosten von 42.500 Euro Brutto veranschlagt. Doch für diese Summe wollte kein einziger Anbieter in Hainewalde malen und putzen. Eine Firma aus den alten Bundesländern hatte ihre Leistungen auf die Ausschreibung für knapp 390.000 Euro angeboten - mehr als das Neunfache der veranschlagten Summe. Eine Firma aus Thüringen wollte den Auftrag für 278.000 Euro ausführen.

Das günstigste Angebot schließlich kam von der Hoch- und Tiefbaufirma Vass aus Großschönau. Mit rund 95.000 Euro ist es zwar immer noch mehr als doppelt so hoch als geplant, Großschönaus Bauamtsleiter Markus Hummel empfahl den Gemeinderäten dennoch, den Auftrag an die Firma Vass zu vergeben. Die anhaltende überdurchschnittlich gute konjunkturelle Lage und die damit verbundenen deutlichen Preissteigerungen seien in diesem Ausmaß zum Zeitpunkt der Kostenberechnung nicht vorhersehbar gewesen, so Hummel. 

Die ganze Ausschreibung wieder aufzuheben und den Auftrag noch einmal neu auszuschreiben, wäre die einzige Alternative. Aber bei der Marktlage kann sich die Gemeinde das wohl sparen. "Es ist sicherlich kein besseres Ergebnis zu erwarten", sagt Hummel, zumal dies dann schon die zweite Neuausschreibung wäre. Ursprünglich waren die Angebotssummen der Firmen noch weit höher als das jetzt vorliegende.

Und so hat der Gemeinderat die Putz- und Malerarbeiten am Nordflügel an den Anbieter aus Großschönau verrgeben. Aber das Geld bleibt wenigstens in der Region. Auch das ist bei öffentlichen Ausschreibungen, bei denen sich die Auftraggeber per Gesetz nach dem wirtschaftlichsten Angebot richten müssen, nicht immer garantiert.

Teurer wird die Baumaßnahme insgesamt aber nicht, betont Bürgermeister Frank Peuker (SPD). Der Kostenrahmen von 800.000 Euro wird eingehalten. "Wir erreichen das aber nur durch eine Leistungsreduzierung", sagt Peuker. Die Fläche der zu restaurierenden Grafittos wird nun kleiner.

Mehr lokale Themen:

www.saechsische.de/loebau

www.saechsische.de/zittau

Mehr zum Thema Zittau