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Meißen

Halbstündlich von Riesa nach Dresden

Döbeln und der Raum um Nünchritz und Priestewitz würden profitieren. Nossen allerdings bliebe außen vor.

Durch eine zusätzliche Regionalbahn 51 könnte Riesa bald im Halbstundentakt nach Dresden angeschlossen werden.
Durch eine zusätzliche Regionalbahn 51 könnte Riesa bald im Halbstundentakt nach Dresden angeschlossen werden. © Boris Roessler/ dpa

Landkreis Meißen. Zum Ausbau des Zugverkehrs zwischen Döbeln, Riesa und Dresden liegt jetzt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Nach Angaben des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) wurden in den vergangenen Monaten vier Varianten untersucht: Neben einer Wiedereinrichtung der Bahnverbindung über Nossen und Meißen mit der Regionalbahn RB 110 standen Verbindungen mit einem Plus-Bus und eine Variante über Riesa zur Diskussion. Insbesondere die letztgenannte Alternative erschließt laut VVO ein hohes Fahrgastpotenzial und senkt die Reisezeit zwischen der Landeshauptstadt und Döbeln.

Bisher fährt zwischen Dresden und Riesa stündlich der als Saxonia bekannte Regionalexpress RE 50. Dieser ist wegen wichtiger Anschlüsse in Dresden und Leipzig nicht optimal an die Regionalbahn RB 45 angebunden, welche stündlich bis zweistündlich Riesa mit Döbeln und Chemnitz verbindet.

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 Durch die Verdichtung des Angebotes zwischen Dresden und Riesa auf einen Halbstunden-Takt könnte dieser Engpass behoben werden und Pendler zwischen Dresden und Döbeln würden dank kurzer Umstiegszeiten ihr Ziel in rund 75 Minuten erreichen.

Zudem ergeben sich weitere Vorteile: Der jährliche Zuschuss fällt mit 6,7 Millionen Euro pro Jahr rund drei Millionen Euro günstiger aus als die Wiederinbetriebnahme der Strecke zwischen Meißen, Nossen und Döbeln.

 Diese Strecke müsste aufwendig saniert werden, um die Reisezeit zu senken. Erste Schätzungen gehen dem VVO zufolge von Kosten in Höhe von mindestens elf Millionen Euro aus, die bei der Variante über Riesa nicht notwendig sind.

© SZ Grafik

Gleichzeitig fällt das Fahrgastpotenzial zwischen Dresden und Riesa wesentlich höher aus: Ortschaften wie Weinböhla (10 200 Einwohner), Niederau (4 000 Einwohner), Priestewitz (3 400 Einwohner), aber auch wichtige Industriestandorte in Nünchritz (6 200 Einwohner) und Riesa (34 000 Einwohner) würden von einem dichteren Takt profitieren. Eine Potenzialanalyse zeigt für diese Variante täglich 1 900 zusätzliche Fahrgäste auf, gegenüber 900 zusätzlichen Fahrgästen auf einer wiedereingerichteten RB 110.

Die ländlich geprägten Regionen zwischen Nossen und Döbeln verzeichnen dagegen inklusive der beiden Städte rund 40 000 Einwohner. Die hier dominierende dörfliche Siedlungsstruktur wird seit 2015 mit einem Busnetz erschlossen, das viele Ortschaften im Stundentakt verbindet.

Zuspruch für die Idee gibt es vor allem von Politikern aus dem Landkreis Meißen. So sagt Landrat Arndt Steinbach (CDU): „Mit dem Vorschlag, die Strecke über Riesa zu führen, haben wir die Möglichkeit, einen S-Bahn-Anschluss zwischen Riesa und Dresden zu installieren. Das war immer ein Traum von mir.“

Der Riesaer CDU-Landtagsabgeordnete Geert Mackenroth bezeichnet eine Streckenführung von Döbeln über Meißen als „eine Verschwendung von Steuergeld.“ Diese Variante sei viel teurer als die Strecke über Riesa und sie habe viel weniger positive Effekte. „Die Döbelner kommen genauso schnell nach Dresden, aber viel mehr Einwohner des Landkreises Meißen profitieren von der neuen Strecke“, so Mackenroth.

Verlierer bei dieser Variante dürften vor allem die Kleinstädte Nossen und Roßwein sein. Mit einer wiederbelebten RB 110 hätten sie einen direkten Zuganschluss zurückerhalten. Mit dem Bus nach Döbeln und anschließend mit der RB 45 beziehungsweise RB 51 nach Dresden zu fahren, dürfte sich für die Roßweiner und Nossener kaum lohnen.

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Speziell Nossen ist seit 2018 sowohl nach Meißen als auch nach Dresden in das Plus-Bus-Netz eingebunden. Für Roßwein wird ebenfalls darüber nachgedacht, die Dresden direkt ansteuernde Plus-Bus-Linie 424 bis in die Muldestadt zu verlängern. (SZ/um/pa)