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Halbzeit fürs Kultkino

Trotz Corona-Krise läuft die Sanierung der Königsteiner Lichtspiele weiter. Pfingsten soll der nächste wichtige Schritt geschafft sein.

Baubesprechung mit Abstand: Thomas Leonhardi, Manfred Schlotzhauer und Bürgermeister Tobias Kummer (v.l.) vor dem Lichtspielhaus in Königstein.
Baubesprechung mit Abstand: Thomas Leonhardi, Manfred Schlotzhauer und Bürgermeister Tobias Kummer (v.l.) vor dem Lichtspielhaus in Königstein. © Daniel Schäfer

Es wird verputzt, gehämmert und gesägt: Wie in einem Bienenkorb schwirren die Bauleute am Königsteiner Kino umher und schleppen Eimer, Bretter und Kabel. Seit genau einem Jahr wird das Gebäude an der Goethestraße umgebaut. Das Lichtspielhaus soll wieder das werden, was es einmal war: ein Kultkino. Und mehr. 

Der Verein Königsteiner Lichtspiele will das rund 100 Jahre alte Gebäude bis 2023 in ein Begegnungszentrum umwandeln, das von Einheimischen und auch Touristen genutzt wird: mit Kino, Café und vielen Kulturangeboten. Der nächste wichtige Schritt dahin ist getan. Die Bauarbeiten im Kinosaal um Eingangsbereich mit Sanitäranlagen und Treppenhaus sind fast fertig.

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"Die Bühne steht schon, es fehlt nur noch das Geländer und der Vorhang", sagt Architekt und Bauplaner i.R. Manfred Schlotzhauer bei einem Rundgang über die Baustelle. Er hilft mit, die Bauarbeiten zu koordinieren und zu organisieren. Die Farbe an der Bühne ist erst wenige Tage alt. An der Decke wird noch eine Leinwand montiert, die eingefahren werden kann. Auch der Bühnenvorhang muss noch an seinen Platz kommen.

Frisch gestrichen: Die neue Bühne im alten Kino.
Frisch gestrichen: Die neue Bühne im alten Kino. © Daniel Schäfer

Ist der Fußboden verlegt, können die alten Kinosessel wieder in den Saal geholt werden. Insgesamt fünf Reihen mit rund 70 gemütlichen Plätzen gibt es. Ein Teil der Klappsessel wurde bereits restauriert, neu gepolstert und auch neu bezogen - in zartem Taubenblau. Hinter der letzten Sitzreihe ist eine Theke geplant, von der aus die Licht- und Musiktechnik betreut wird. "Wir wollen hier ja nicht nur Kinofilme zeigen", erklärt Manfred Schlotzhauer. Im Saal sollen später einmal verschiedene Veranstaltungen steigen: Tanzabende, Theatervorstellungen, Lesungen, Konzerte. "Da braucht man einen Platz für einen DJ", sagt der Architekt. Auch eine Teestube soll im hinteren Saalbereich entstehen.

Der Saal bleibt der Kanonenofen an seinem Platz. Rechts daneben werden die restaurierten Kinosessel aufgebaut. In den Räumen dahinter verstecken sich einmal eine Teestube (ganz rechts) und die Kinotechnik (Mitte).
Der Saal bleibt der Kanonenofen an seinem Platz. Rechts daneben werden die restaurierten Kinosessel aufgebaut. In den Räumen dahinter verstecken sich einmal eine Teestube (ganz rechts) und die Kinotechnik (Mitte). © Daniel Schäfer

Für genügend Wärme sorgt eine Sockelheizung, die in den Wänden ringsum den Saal verbaut ist. Und der alte Kanonenofen - das Herzstück des Kinos. Er hat im Winter bereits für angenehme Temperaturen auf der Baustelle gesorgt. "Er wird auf jeden Fall bleiben", verspricht Schlotzhauer. 

Behalten soll das Haus auch den Charme der 1920er-Jahre. Die Wände im Kinosaal waren mit grünen Stofftapeten bespannt. Die Sessel hatten einen Bezug aus Samt. "Die Wände werden wieder mit Stoff bespannt. Mit einem grün-grau-blauen Ton", verrät Schlotzhauer. Er sieht den fertigen Saal schon vor sich, mit voll belegten Zuschauerreihen.

Tag der offenen Tür geplant

Ein volles Haus, das sollte es eigentlich kommende Woche geben. Am 9. Mai wollte der Verein Königsteiner Lichtspiele den fertigen Saal mit der ersten Veranstaltung einweihen. Der Termin musste abgesagt werden. Denn wegen der Corona-Pandemie sind vorerst alle Veranstaltungen im Landkreis abgesagt. Thomas Leonhardi vom Verein hofft, dass der Termin Pfingsten nachgeholt werden kann. Am Pfingstmontag, dem 1. Juni, ist ein Tag der offenen Tür geplant mit Rundgängen durch das Lichtspielhaus. "Dann ist der erste Bauabschnitt komplett fertig", sagt Leonhardi. 

Neue Fenster im Dach und am Giebel sorgen für mehr Licht im Lichtspielhaus an der Goethestraße.
Neue Fenster im Dach und am Giebel sorgen für mehr Licht im Lichtspielhaus an der Goethestraße. © Daniel Schäfer

Seit April 2019 hat der Verein rund 600.000 Euro in den Umbau investiert. Insgesamt sollen an die 1,15 Millionen Euro verbaut werden. Die Summe, die bislang geflossen ist, hat der Verein aus eigener Kraft vorgestreckt. Für einen Teil der Bauarbeiten gibt es Fördermittel. Diese werden aber erst ausgezahlt, wenn die Arbeiten ausgeführt und alles abgerechnet ist. "Bis jetzt haben wir noch kein Fördergeld bekommen", sagt Thomas Leonhardi. 

Mit öffentlichen Mitteln soll beispielsweise der behindertengerechte Zugang zum Haus mitfinanziert werden. Vom Haupteingang an der Goethestraße soll ein Treppenlift in die obere Etage führen. Fördergelder dafür hatte der Verein beantragt. Im Dezember kam jedoch die schlechte Nachricht: Der Antrag wurde nicht berücksichtigt. "Jetzt sind wir erste Nachrücker", sagt Leonhardi. 

Damit die Bauarbeiten auch ohne Fördergelder weiter gehen, greift der Verein vor allem auf Privatdarlehen zurück. Auch Spenden unterstützen das Millionenprojekt. "Darauf sind wir auch weiter angewiesen", sagt Thomas Leonhardi. 

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