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Haldengebiet wird kein Freizeit-Eldorado

Die Paul-Berndt-Halde und der Schlammteich IV werden saniert. Für Häuslebauer und Ausflügler bleibt das Areal tabu. Vorerst.

Von Matthias Weigel

Die Sanierung der Altlasten im Sau-, Wettin- und Hüttengrund schreitet weiter voran und soll bis etwa 2016 weitgehend abgeschlossen werden. Dabei taucht jetzt immer wieder die Frage auf, wie die Gelände künftig genutzt werden können. Die Stadt hatte immerhin davon gesprochen, dass das Ganze letztlich den Freitalern zugute komme. Als Stadtpark? Als Baugrund?

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Gemeint war dabei aber eher der Schutz von Boden, Wasser, Luft, Natur und Landschaft und damit die höhere Wohn- und Lebensqualität insgesamt, wie die Stadt mitteilt. Frei zugänglich wird das Areal wohl in naher Zukunft kaum werden, die Zäune blieben stehen, heißt es. „Erst wenn feststeht, wie und wohin die Flächen entwickelt werden können, kann man auch Aussagen zur Nutzung durch die Öffentlichkeit treffen“, sagt Freitals Stadtsprecherin Inge Nestler. Freitals Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos) wurde jüngst im Bauausschuss noch etwas deutlicher. Ein Freizeit-Eldorado werde das Areal wohl nie. Seegrundstücke gar oder eine kleine Bebauung am Schlammteich 4, der ab 2014 saniert werden soll, seien mittelfristig nicht zu machen. Für die nächsten Jahre und Jahrzehnte sind die vorgeschriebene Nachsorge und Überwachung der Anlagen von den Verantwortlichen, wie Stadt, Wismut, Edelstahlwerk und Abfallverband vordergründig.

Udo Becker vom Freiberger Ingenieurbüro Geos, das die Sanierungsarbeiten an den Altlasten begleitet, weist zwar darauf hin, dass „prinzipiell und irgendwann alles möglich sei“. Aber ob sich das Freital vom Aufwand leisten kann und will und ob es verträglich ist, bleibe die Frage. Eine Verletzung der nur wenige Meter dicken Abdeckschicht wäre auf den alten Deponien und Halden problematisch. „Und man darf bei alledem nicht vergessen, was da unter der Erde liegt. Ich würde an der Nutzung jetzt nicht rütteln“, sagt Becker. Zumal auch für die Stadt, den Abfallverband oder das Stahlwerk Optionsflächen wertvoll seien – nach der Flut beispielsweise wurden hier einst Massen an Unrat zwischengelagert, um die Orte schnell zu beräumen. Und das Stahlwerk hat kaum noch Möglichkeiten, im Betriebsgelände zu expandieren.