SZ +
Merken

Hallo Baby!

Bei der Begrüßung Neugeborener haben die Ottendorfer Ortsteile bisher ihr eigenes Ding gemacht. Das soll sich ab 2016 ändern.

Teilen
Folgen
© dpa

Sebastian Kositz

Ottendorf-Okrilla. Eine Gemeinde, vier Ortschaften, viele Unterschiede: Eineinhalb Jahrzehnte nach dem Zusammenschluss von Hermsdorf und Medingen mit Ottendorf und Grünberg tun sich die Dörfer mit dem Miteinander noch immer recht schwer. Da werden gern Unterschiede betont, statt das vereint an einem Strang gezogen wird. Mehrzweckhalle, Straßenbahn, Wohngebiete und Schulen – alles Themen, bei dem der eigene Kirchturm stets am nächsten ist. Und auch die Begrüßung der Neugeborenen wird in den einzelnen Ortschaften ganz individuell (oder gar nicht) gehandhabt. Doch jetzt banht sich ein Schulterschluss an. Bereits ab Anfang 2016 könnte es für alle Babys in der Großgemeinde ein einheitliches Begrüßungsgeschenk geben.

Bislang winkt nur den Eltern im Hauptort Ottendorf und in Medingen ein kleines Präsent für den Nachwuchs. In Ottendorf überreichen die Mitglieder des Ortschaftsrates eine silberne Medaille, während in Medingen der Ortsvorsteher und die Räte für jedes Neugeborene einen Gutschein für einen Babyausstatter springen lassen. In Hermsdorf und Grünberg gab es bisher gar nichts dergleichen. Dass das in der Großgemeinde kein zeitgemäßer Zustand ist, darin waren sich die vier Ortsvorsteher rasch einig. Gemeinsam hatten die Vertreter aus den Dörfern jetzt schließlich das künftige Vorgehen ausklamüsert. Demnach wird es künftig in allen Ortsteilen eine silberne Medaille zur Begrüßung der Babys geben.

Alle vier Ortschaften auf der Medaille

Damit bei dieser Lösung aber auch alle mitmachen, müssen in jedem Fall zwei Bedingungen erfüllt werden. So müssen sich auf der Medaille alle vier Ortschaften Ottendorf-Okrillas widerspiegeln. Da genügt es nicht, die bisherige Ottendorfer Prägung zu übernehmen, da auf dieser Medaille nur Dinge mit Ottendorfer Bezug gezeigt werden. Zugleich sollen die Medaillen künftig komplett von der Gemeindeverwaltung finanziert werden. Die Begrüßungspräsente in Ottendorf und Medingen werden bislang nämlich über das schmale Budget der jeweiligen Ortschaftsräte bezahlt. Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) hat indes schon signalisiert, dass die Gemeinde bereit sei, die Kosten zu tragen. „Das ist eine Sache, die allen Ortschaften zugute kommt“, betont Michael Langwald.

Wie die neuen Silbermedaillen konkret aussehen werden, ist noch offen. Die Ortschaftsräte in Ottendorf, Grünberg, Hermsdorf und Medingen haben dem gemeinsamen Vorgehen im Grundsatz bereits zugestimmt. Über das Aussehen der Medaille wollen die Medinger zu späterer Zeit aber noch einmal separat abstimmen.

Die Empfänge, auf denen die Medaillen ausgeteilt werden, werden aber weiterhin in den jeweiligen Ortschaften über die Bühne gehen – wenngleich es auch hier erste Vorstellungen gibt, später eine einheitliche Feier für alle auszurichten. Denkbar ist auch, dass in den verschiedenen Ortschaften mit den Medaillen noch weitere Dinge überreicht werden. Hermsdorfs Ortsvorsteher Frank Holata (Die Linke) ließ durchblicken, dass der Ortschaftsrat erwäge, noch die Chronik des Ortes mit draufzulegen.

Die Initiative für das gemeinsame Vorgehen war von Ottendorfs Ortsvorsteherin Andrea Ohm (CDU) ausgegangenen. Bereits bei ihrem Amtsantritt vor einem Jahr hatte sie angekündigt, dass sie sich für ein größeres Miteinander der Ortschaften einsetzen möchte – und die Begrüßung der Babys dabei ganz oben auf die Agenda gesetzt.