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"Es kommen schon oft Kunden ohne Maske"

Die Zahl der Masken-Verweigerer scheint zu steigen, aber ist das wirklich so? Wie halten es die Dresdner mit den Hygiene-Regeln? Eine Momentaufnahme.

Mit Maske oder ohne? Wie sind die Dresdner in den Einkaufsstraßen unterwegs?
Mit Maske oder ohne? Wie sind die Dresdner in den Einkaufsstraßen unterwegs? © Christian Juppe

Dresden. Seit Mitte April gilt in Sachsen Maskenpflicht, Abstandsregeln gibt es sogar schon länger. Der Ausnahmezustand ist zum neuen Alltag geworden. Macht das vielleicht nachlässig? Unterwegs in zwei besonders belebten Stadtteilen.

Auf der Prager Straße sind wie immer viele Menschen unterwegs. Sie gehen einkaufen oder entspannen vor den Cafés bei Eis und gekühlten Getränken. Die meisten halten sich dabei an die Abstandsregeln. Nur selten sieht man Personen, die sich eine Bank teilen, die nicht ohnehin zusammengehören. Auch trägt der Großteil in den Geschäften Maske. Tatsächlich muss, wer ab dem  1. September keine Maske in Bussen, Bahnen und Geschäften trägt, mit einem Bußgeld von 60 Euro rechnen.  Dennoch scheint noch immer manches Auftreten verwirrend.

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Besonders die Älteren rebellieren

Mathias Weise, Leiter des Studenthotels, kann die Lage im Stadtzentrum einschätzen. "Die meisten Leute halten sich an die Regeln." Das gelte auch für sein Café, in dem sich viele Passanten einen Kaffee hohlen. "Wir müssen nur hin und wieder Leute darauf hinweisen, dass sie dabei ihre Maske tragen müssen. Die meisten hören dann auch sofort auf unsere Mitarbeiter. Wir mussten nur zwei-, dreimal Leute des Hauses verweisen, weil sie sich strikt weigerten die Bestimmungen einzuhalten. " Weise ist jedoch aufgefallen, dass eine bestimmte Personengruppe besonders häufig rebelliert. "Es sind eigentlich nur ältere Leute, die sich nicht an die Regeln halten. Die Jungen haben die Masken längst in ihren Alltag integriert. Sie haben sich einfach coole Modelle besorgt und tragen sie nun schon fast als Accessoires."

Elke Schröter macht gerade eine kleine Pause auf einer Bank in der Prager Straße. Sie findet es gut, dass die Regeln noch gelten. Allerdings denkt sie auch: "Wenn die Regeln abgeschafft würden, dann würden die meisten trotzdem weiter Maske tragen. Die, die das nicht für sinnvoll halten, tun es jetzt schon oft nicht. Für alle anderen ist es bereits Alltag."

Allerdings scheint die Zahl der Masken-Muffel höher und höher zu werden. Das Ordnungsamt bestätigt auf Nachfrage, dass die Anzahl steigt. Allerdings: „Ohne dies mit belastbaren Erhebungen belegen zu können.“

"Ich will keine sinnlosen Diskussionen mehr führen"

In einem Supermarkt nahe der Prager Straße sieht man keine Kunden ohne Maske. Jedoch tragen von vier Personen, die an der Kasse anstehen, zwei ihre Maske nicht über der Nase. Ein Anblick, der einem auch in den Einkaufszentren häufig begegnet. 

An manchen Orten, scheinen die Dresdner die Maskenpflicht und Abstandsregeln sehr locker zu nehmen. Besonders gerne werden sie vergessen, wenn sich die Dresdner "nur mal kurz" etwas zu Essen kaufen.

Luisa Stöcker von Curry und Co. in der Louisenstraße sagt: "Wir haben bei uns extra Plexiglas-Scheiben eingebaut. Deshalb muss man keine Maske tragen. Allerdings halten die Leute die Abstandsregeln für die Schlange nur Tagsüber ein. Abends, wenn schon Alkohol geflossen ist, sieht es anders aus. Da hilft manchmal auch keine Ermahnung." 

Auch Anja Heszner berichtet von Regelverstößen, in der Bäckerei, für die sie arbeitet. "Es kommen schon oft Kunden ohne Maske rein. Ermahnt werden die von mir aber nicht mehr. Ich will keine sinnlosen Diskussionen mehr führen.

Abends am "Assi-Eck": Leichtsinn durch Alkohol

An der Kreuzung Rothenburger Straße Ecke Louisenstraße Ecke Görlitzer Straße feiern auch während der Corona-Pandemie viele Dresdner. Abstandsregeln werden hier am "Assi-Eck" nur sehr bedingt eingehalten.
An der Kreuzung Rothenburger Straße Ecke Louisenstraße Ecke Görlitzer Straße feiern auch während der Corona-Pandemie viele Dresdner. Abstandsregeln werden hier am "Assi-Eck" nur sehr bedingt eingehalten. © Christian Juppe

Florian Wagner schenkt in Katy´s Garage Bier und andere Getränke aus. Er kennt die Lage in der Neustadt bei Tag und bei Nacht. "Hier in meiner Schlange halten sich die Leute an die Abstandsregeln. Ansonsten kommt es stark darauf an, wo in der Neustadt man ist. In den Restaurants befolgen die Leute die Regeln. Abends am Assi-Eck sieht es hingegen ganz anders aus."

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Genau hier sitzt Rico Ullmann mit seinen Freunden und trinkt ein Bier. Noch ist Abstand halten gut möglich. Es ist jedoch auch erst früh am Abend. Zur Lage in der Neustadt sagt er: "Die Leute sind mittlerweile schon etwas entspannter und auch nachlässiger geworden. In den Läden halten sich die meisten an die Regeln. Über alles darüber hinaus müssen wir eigentlich nicht reden. Es ist halt die Neustadt." Sein Freud Roland Hein stimmt ihm zu. "Ab null Uhr interessierten die Regeln hier keinen mehr. Das ist aber gar kein böser Wille. Die Leute denken da einfach nicht mehr dran, wenn sie getrunken haben."

Kay Bitterlich hat kein Verständnis für Trunkenbolde, die auf die Regeln pfeifen. "Auch wenn ich etwas getrunken habe, passe ich immer auf, dass ich den Leuten nicht zu nahe komme. Und wenn ich in einen Kiosk gehe, um mir was zu kaufen, denke ich an meine Maske. Ich war sogar schon in welchen, in denen man mir sagte, ich bräuchte meine Maske nicht zu tragen. Ich mache das aber trotzdem. Die Leute werden jedoch leider immer nachlässiger." Bitterlich schiebt das darauf, dass die Regeln nun bereits seit Monaten gelten. "Vielen geht das vermutlich einfach schon zu lange." 

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