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Haltestellen-Problem drängt weiter

Eltern kämpfen um mehr Sicherheit für Grundschüler beim Warten auf den Bus – bisher ohne Erfolg. Nun gibt es nur noch eine Hoffnung.

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Von Katja Schäfer

Ulrike Hanßke ist enttäuscht: „Die Kinder stehen zwar jetzt an einer besser gekennzeichneten Bushaltestelle, aber weiterhin zu nah und ohne Schutz an der Bordsteinkante. Für mich als Mutter ist diese Situation unzumutbar“, sagt die Taubenheimerin. Sie bringt damit zum Ausdruck, was viele der Eltern denken, die schon seit einigen Jahren um mehr Sicherheit für die rund 15  Kinder kämpfen, die morgens an der Haltestelle „Oberes Schloss“ in Taubenheim auf den Bus zur Grundschule nach Sohland warten. Weil es dort zwischen der Straße und einer Stützwand sehr eng zugeht, fordern die Engagierten ein Geländer. Es soll verhindern, dass die Kinder bei Neckereien oder Schubsereien versehentlich auf die Straße geraten.

Zu Beginn dieses Schuljahres hatten die Eltern eine neue Aktion gestartet und symbolisch einen Bauzaun aufgestellt. Daraufhin trafen sich Ende September Vertreter von Straßenverkehrsamt, Polizei, Gemeinde, Ortschaftsrat und der nahen Kita vor Ort. Bei diesem Termin wurde klar, dass kein Geländer aufgestellt wird. „Es ist kein Platz dafür“, brachte Sohlands Bürgermeister Matthias Pilz (CDU) die Gründe auf den Punkt. Denn das Geländer müsste einen halben Meter vom Bordstein entfernt stehen, damit Busse problemlos an die Haltestelle heran fahren können. Dann wäre kaum noch Wartefläche übrig. Deshalb suchten die Beteiligten beim Vor-Ort-Termin nach anderen Möglichkeiten, um die Sicherheit zu erhöhen. Verschiedene Maßnahmen sollten bis zum Ende der Herbstferien umgesetzt werden. So wurde vereinbar, dass die Verkehrsbehörde die Haltestelle deutlicher beschildert, unter anderem mit den Warnzeichen „Achtung Schulweg“. Das ist geschehen. „Die Verkehrszeichen weisen die Kraftfahrer sehr deutlich und noch besser als vorher auf die Schulkinder hin“, schätzt der Bürgermeister ein.

Die Gemeinde hatte zugesichert, den Weg zwischen der Parkfläche am alten Friedhof und der Bushaltestelle auszubauen. Denn es gab den Vorschlag, dass die Kinder künftig auf dieser Fläche etwas oberhalb der Haltestelle warten und erst dann hinunter an die Straße gehen, wenn der Bus kommt. Die Arbeiten sind bisher noch nicht erledigt worden – allerdings inzwischen auch nicht mehr notwendig. Denn diese Variante ist vom Tisch. „Wir haben das eine Woche lang getestet und als ungeeignet erkannt. Denn wenn die Kinder von dort zur Haltestelle laufen, müssen sie ein Stück auf der Straße entlang gehen“, berichtet Silke Pai. Sie leitet die Taubenheimer Kita, in der etliche der betroffenen Kinder den Frühhort besuchen, bevor sie, begleitet von einer Erzieherin, zum Bus gehen.

Auch Ulrike Hanßke sagt: „Es hat sich heraus gestellt, dass dieser Vorschlag töricht war. Schon beim ersten Test regnete es, und die Kinder stiegen durchweicht in den Bus“. Denn auf dem Platz gibt es keine Unterstellmöglichkeit.

Nun ruhen alle Hoffnungen auf einer Änderung der Buslinie. Die Fahrt von Wehrsdorf nach Oppach und zurück zur Sohlander Frühlingsbergschule soll so umgelegt werden, dass die Busse in entgegengesetzter Richtung als bisher durch Taubenheim fahren. Dann könnten die Kinder auf der anderen Straßenseite einsteigen, wo es eine wesentlich komfortablere Haltestelle gibt. Ein Geländer ist zwar auch dort nicht vorhanden, aber mehr Platz. „Das hätte zudem den Vorteil, dass die Kinder, die aus dem Frühhort kommen, nicht mehr die Straße überqueren müssen“, sagt Kita-Leiterin Silke Pai.

Nach Aussage des Sohlander Bürgermeisters haben mit dem Landratsamt und dem Verkehrsverbund Verhandlungen zur Linienänderung stattgefunden. „Die von mir vorgeschlagene Variante ist ab der Einführung des Sommerfahrplanes denkbar“, so Matthias Pilz.

Bis dahin bangen die Eltern der Taubenheimer Grundschüler weiter um die Sicherheit ihrer Kinder.