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Halteverbot sorgt für Verwirrung

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Die Anwohner der Martin-Hoop-Straße waren vergangene Woche ein wenig erstaunt: Zunächst stellten Arbeiter Halteverbotsschilder auf: „Gültig ab 4.08.“, wie die Aufschrift verriet. Also fuhren die Leute ihre Autos rechtzeitig weg, um der Vorschrift genüge zu tun. Doch als alles frei war, für das was da kommen sollte – kam nichts. Stattdessen drehte man die Schilder wieder so, dass ihre Vorderseite Richtung Fußweg zeigte: Parken war wieder erlaubt – ohne dass etwas geschehen war.

„Das war doch der reinste Schildbürgerstreich“, sagt Anwohner Olaf Mierwaldt. Dieser hat jedoch einen ganz praktischen Hintergrund, weiß die Stadtverwaltung: Für den Freitag waren Reparaturarbeiten an der Fahrbahn geplant – so wie auf derzeit insgesamt 26 Straßen in ganz Bautzen. „Leider hatte die beauftragte Baufirma am Vortag ein technisches Problem, so dass den gesamten Freitag eine Maschine repariert werden musste“, erklärt Pressesprecherin Elke Lorenz. Deshalb setzte die verantwortliche Firma die bereits aufgestellten Halteverbots-Schilder durch einfaches Umdrehen wieder außer Kraft.

„Leider ist es auf Grund der Witterung oder technischer Probleme immer wieder möglich, dass Arbeiten kurzfristig verschoben werden müssen“, sagt Elke Lorenz. Für die Martin-Hoop-Straße heißt es also: Weiterhin Geduld haben. Da für die Folgetage Regen angesagt war, konnte die Baufirma trotz reparierter Maschine die Arbeiten noch nicht nachholen. „Bei solchen Witterungsbedingungen ist das Patchverfahren nicht anwendbar.“ Dieses Verfahren – der Name ist vom englischen „Patch“ für Flicken abgeleitet – wird für kleinflächige Reparaturen an der Fahrbahn verwendet. Auf Nachfrage konnte die Firma noch nicht sagen, wann die Arbeiten an der Martin-Hoop-Straße erfolgen, da die Wettervorhersage weiterhin Niederschläge prognostiziert.

Deshalb werden die umgedrehten Halteverbotsschilder wohl noch ein paar Tage an den Kreuzungen stehen bleiben. Eigentlich kein großes Problem für Anwohner Olaf Mierwaldt. Der Bautzener hat allerdings schon seine Erfahrungen mit dem befristeten Halteverbot gemacht: Vor einiger Zeit standen bereits solche Schilder, die das Parken ab einem bestimmten Tag nicht mehr erlaubten. Nachts schraubten „Spaßvögel“ die Zusatzschilder mit dem Datum ab, so dass plötzlich sämtliche Autos im Halteverbot standen. Prompt verteilte das Ordnungsamt auch etliche Knöllchen – die Verfahren wurden allerdings eingestellt, als die Sache herauskam.