merken
PLUS Meißen

Hamburger Hof als Behördensitz

Für das verfallende Denkmal kommt jetzt ein überraschender Vorschlag auf den Tisch.

Für den verfallenden Hamburger Hof in Meißen gibt es jetzt eine ganz neue Idee.
Für den verfallenden Hamburger Hof in Meißen gibt es jetzt eine ganz neue Idee. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Meißen. Im Dezember stoppte der Kreistag den Verwaltungsneubau an der Meißner Brauhausstraße, nachdem sich mit der weiterführenden Entwurfsplanung erhebliche Mehrkosten abzeichneten. Gleichzeitig wurde die Verwaltung mit der Erarbeitung einer „kleinen Lösung“ beauftragt, um den bestehenden und künftigen Raumbedarf abzudecken. Die Fraktion Grüne/SPD im Meißner Kreistag beantragt jetzt, einen Umbau des Hamburger Hofs zum Verwaltungsstandort in diese Prüfung einzubeziehen.

Der Vorschlag ist einer Pressemitteilung zufolge von der Überlegung getragen, einen Standort in unmittelbarer Nähe zum bereits bestehenden Landratsamt zu nutzen. Der Hamburger Hof biete damit kurze Wege zwischen den Behörden, eine Nutzung des Parkplatzes auf der Brauhausstraße und eine ausgezeichnete Nahverkehrsanbindung. Gleichzeitig werde die Chance eröffnet, das historische Gebäude nach Jahrzehnten des Verfalls einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Dies wäre nicht nur aus denkmalpflegerischer Sicht wünschenswert, sondern würde zu einer deutlichen städtebaulichen Aufwertung des Areals führen. 

Anzeige
Sachsen entdecken und erleben
Sachsen entdecken und erleben

Lernen Sie unbekannte Orte der Region kennen - wir geben Ihnen Insidertipps um die Schönheit und Einzigartigkeit Sachsens neu zu entdecken.

Der Hamburger Hof, einst ein über die Stadtgrenzen hinaus bedeutsamer Veranstaltungsort, steht bereits seit 1990 leer. Seither wechselte er mehrfach den Eigentümer, ohne dass es zu einer Entwicklung der Immobilie gekommen ist.

Zweifel an Argumenten des Landratsamtes

Nach einer ersten Prüfung wird seitens der Kreisverwaltung laut Fraktion Grüne/SPD eine weitere Arbeit mit der Variante Hamburger Hof nicht empfohlen. Begründet wird dies insbesondere mit einem ungünstigen Raumzuschnitt, höheren Kosten aufgrund denkmalpflegerischer Anforderungen und einem eventuell zu hohen Ankaufspreis für das Objekt. 

Weiterführende Artikel

Landratsamt darf sich doch erweitern

Landratsamt darf sich doch erweitern

Statt selbst zu bauen, wird jetzt in Meißen gekauft. Landrat Steinbach erhält kurz vor seinem Abschied eine eigene Residence.

AfD will Anbau am Landratsamt

AfD will Anbau am Landratsamt

Die von der Verwaltung in Meißen vorgeschlagene Variante lehnt die Kreistagsfraktion ab.

Die Fraktion Grüne/SPD verweist darauf, dass diese Gegenargumente ausschließlich auf groben Schätzungen beziehungsweise reinen Spekulationen beruhen. Der Raumzuschnitt könnte im Rahmen des Umbaus oder im Falle eines Neubaus hinter der historischen Fassade angepasst werden. Die Betrachtung der finanziellen Belastungen lasse Fördermöglichkeiten im Bereich des Denkmalschutzes und des Städtebaus außen vor. Rein spekulativ scheinen die Annahmen zum Kaufpreis, da der letzte Eigentümerwechsel im Jahr 2015 zu einem Gebot von 75.000 Euro erfolgte. Die Kreistagsfraktion Grüne/SPD hält daher an ihrem Antrag fest. (SZ/pa)

Mehr zum Thema Meißen