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Neustadt hamstert, Pirna eher nicht

In vielen Supermärkten sind die Regale leerer als sonst, haltbare Lebensmittel sind ab und an Mangelware. Aber der Engpass, sagen die Discounter, ist nur kurzzeitig.

Konserven-Regal im schwarzen Netto in Pirna: Noch nicht komplett leer gefegt.
Konserven-Regal im schwarzen Netto in Pirna: Noch nicht komplett leer gefegt. © SZ

Eine Frau schiebt am Dienstagvormittag ihren Einkaufswagen an die Kasse im Netto-Markt am Pirnaer Felsenkeller-Areal, er ist voll mit Lebensmitteln, die länger haltbar sind: Toastbrot, Konserven, Tütensuppen, Getränke. Auf den fragenden Blick der Kassiererin hin erklärt die Kundin, es handle sich lediglich um einen normalen Wocheneinkauf, sie wolle sich nicht über die Maßen bevorraten.

Dieses Bild ist symptomatisch für diesen Einkaufsvormittag in Pirna: Während in Teilen Deutschlands das sich ausbreitende Coronavirus zu Hamsterkäufen führte, geht es am Tag eins nach dem bestätigten Corona-Verdacht im Landkreis in den hiesigen Supermärkten eher gelassen zu. Es sind nur wenige Kunden in den Geschäften, an Grundnahrungsmitteln herrscht kaum Mangel. 

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Im schwarzen Netto an der B 172 in der Innenstadt ist die Kartoffelstiege randvoll. Etwas lichter geht es im Nudel-Regal zu, aber kein Karton ist restlos leer. Ziemlich ausgeräumt sieht es hingegen im Konserven-Regal aus. Auch die Fächer von Knäckebrot und Zwieback sind nahezu leer. 

Dafür sind von Grundnahrungsmitteln, auch jene, die länger haltbar sind - wie Butter, Mehl, Reis, Zucker, Brot, Milch und Wasser - noch große Mengen vorrätig.

Lager in Pirna werden rasch aufgefüllt

Ganz ähnlich sieht das Bild im Netto-Markt am Felsenkeller aus. Brot- und Gemüse-Regale sind voll wie eh und je, Kaffee, Reis, Nudeln, Mehl, Zucker, Fertiggerichte, Konserven und Getränke gibt es reichlich. In den Märkten ist auch keiner unterwegs, der Lebensmittel über die Maßen im Einkaufswagen hortet.

Dieses Bild darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen: In den vergangenen Tagen gab es durchaus Engpässe bei Pirnas Discountern. So waren am Wochenende im Copitzer Kaufland zeitweise die Kartoffeln alle, im Copitzer Lidl gab es vorübergehend keine Nudeln und Fertigklöße.

Wie Lidl mitteilt, registriert der Discounter in einigen Filialen deutlich erhöhte Abverkäufe bei Konserven, Nudeln, Toilettenpapier und Desinfektionsmitteln. Auch bei Aldi hat der Absatz von haltbaren Lebensmitteln zugenommen.

Einzelne Einkäufe größerer Mengen, so Aldi-Nord-Sprecher Christian Salmen, könne dazu führen, dass Artikel zeitweise vergriffen seien. Doch sowohl nach Aussage von Aldi als auch von Lidl handle es sich nur um kurzzeitige Engpässe. Laut Salmen werden alle Lebensmittelbestände in den Märkten kurzfristig wieder aufgefüllt. Die Versorgung sei sichergestellt, weitreichende Lieferengpässe könne Aldi ausschließen.

Lidl arbeitet ebenfalls mit Lieferanten und Logistikpartnern daran, die Versorgung der Filialen sicherzustellen und die Lager mit stark nachgefragten Artikeln zu bevorraten.

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In Sebnitzer Märkten leeren sich Regale langsam

In den Sebnitzer Lebensmittelmärkten  herrschte zur vormittäglichen Einkaufszeit am Tag eins nach dem bestätigten Corona-Fall geradezu Stille, wie zum Beispiel bei Aldi an der Schandauer Straße. Das verwundert sogar die wenigen Kunden. "Ich dachte, hier ist so richtig viel los wegen der Hamsterkäufe", sagt Gerlinde Weniger. Sie selbst habe sich schon eingedeckt mit Nudeln, Reis, Konserven. Nicht in Massen, aber sie wolle vorbereitet sein auf die häusliche Quarantäne. Das haben offenbar schon mehrere  getan. Bei Aldi leert sich das Regal mit Haferflocken. Fertiggerichte in Dosen gibt es noch, sogar Nudelsuppe, die andernorts schon ausverkauft sein soll.

Im Netto auf der Dr.-Steudner-Straße war der Ansturm wohl etwas größer. Denn die sonst vollen Regale mit den Nudel- und Reispaketen leeren sich zusehends. Auch Frostbrötchen werden weniger, ebenso Toastbrot und Tee.  Von Hamsterkäufen ist aber nichts zu spüren. 

Im Rossmann im Einkaufspark Hohnsteiner Straße  sind derzeit vor allem Hygieneartikel  mehr gefragt als sonst. Neben Toilettenpapier und Duschbad werden verstärkt  Zahnpasta und Waschmittel verkauft. 

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Neustädter horten Nudeln und Mehl

Im Sebnitzer Lidl-Markt an der Gartenstraße standen bei den Kunden vor allem Nudeln hoch im Kurs. Die Kartons waren fast leer, ebenso bei Reis.  Zudem waren gestern die 1,5-Liter-Wasserflaschen der hauseigenen Lidl-Marke alle.

Im Neustädter Kaufland bot sich dagegen schon am Freitag ein anderes Bild: Die Menschen begannen zu hamstern, was ein Blick in die Einkaufskörbe belegte. Die füllten sich bei den meisten vor allem mit Fertiggerichten und Nudeln. Erbsen und weiße Bohnen gab es dagegen noch ausreichend. Am Sonnabendmorgen zeigten sich erste Engpässe bei Mehl und Brotmehl, auch bei Nudeln. Im Laufe des Tages konnte aber hier wieder nachgefasst werden.

Im Stolpener Penny waren Fertiggerichte und Tütensuppen mehr gefragt als sonst. Doch auch, wenn hier und da Lücken klafften, war alles noch vorrätig - wenn auch nicht in der üblichen Vielfalt. 

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