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Coronavirus: Kunden decken sich mit Konserven ein

Leere Regale in den Supermärkten – die Angst vor der Krankheit treibt seltsame Blüten im Landkreis Bautzen.

In manchen Supermarkt-Regalen gibt es große Lücken.
In manchen Supermarkt-Regalen gibt es große Lücken. © Paul Zinken/dpa

Bautzen. Beobachtet im Kaufland im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen: Zwei Männer streiten sich um die letzten Sechserpacks einer Mineralwasser-Marke. „Lassen Sie den letzten Sechser für mich“, bittet ein Mann den anderen. „Meine Familie will auch überleben.“

Sätze wie dieser sind wohl eher die Ausnahme, Hamsterkäufe nicht. Am Dienstagmittag sieht es im Kamenzer Kaufland an der Willy-Muhle-Straße bereits ziemlich leer in einigen Regalen aus. Vor allem bei den Grundnahrungsmitteln dümpeln nur noch vereinzelte Verpackungen vor sich hin. Beim billigsten Weizenmehl gar nur noch eine einzige, aufgerissene Tüte. Auch Salzstangen sucht man vergeblich, ebenso schlecht sieht es bei den fertigen Brotbackmischungen aus. Die Beutelsuppen aus der Werbung scheinen auch heiß begehrt gewesen zu sein. Rote Preisschilder leuchten dem Betrachter entgegen. Sonst nichts mehr. Fünf Dosen Ravioli und wenige Erbseneintöpfe sind noch zu bekommen. Ebenso scheint man die Liebe zu Fischkonserven für sich entdeckt zu haben. „Selbst das teure Klopapier ist aus“, sagt ein Mitarbeiter, der gerade neue Ware einräumte.

Private Einzelhändler reflektieren die Situation unterschiedlich. Edeka-Partner Frank Schilg, der Märkte in Wölkau und Steinigtwolmsdorf betreibt, bemerkt bisher keine Veränderungen im Kaufverhalten seiner Kunden. Christfried Köhler, Einzelhändler in Neukirch, spricht von einzelnen Kunden, die etwas mehr kaufen. Hamsterkäufe gebe es nicht, aber der eine oder andere nehme jetzt doch bei haltbaren Waren mitunter etwas mehr mit. „Vor allem bei Konserven – querbeet von Eintöpfen bis zu Obst und Gemüse –, Dauerbackwaren und Nudeln müssen wir jetzt die Regale eher füllen.“

Im Penny-Markt am Bautzener Bahnhof stapelt am Dienstagnachmittag ein Mann Konserven, Nudeln, Milchkartons und abgepackte Wurst in seinen Einkaufswagen. „Weiß man denn, was kommt?“, brabbelt er vor sich hin und blickt sich um. Niemand antwortet ihm.

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Die Betreiber der Supermarktketten verfallen bisher nicht in Hektik. Eine Kaufland-Sprecherin erklärte auf SZ-Anfrage, bei einigen Waren seien in jüngster Zeit verstärkte Abkäufe zu beobachten. Aber bisher sei es nicht zu Engpässen in der Belieferung gekommen. (if, SZ/ir, SZ/tbe)

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