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Das Problem der Dresdner Handballer

Wenn der Torwart stark hält, aber der Gegner die Abpraller abfängt: Die Spieler des HC Elbflorenz müssen schneller reagieren - und dafür auf den Speedcourt.

Das darf doch nicht wahr sein! Verzweifelt hält sich HCE-Trainer Rico Göde den Kopf – vermutlich nach einem Abpraller-Tor.
Das darf doch nicht wahr sein! Verzweifelt hält sich HCE-Trainer Rico Göde den Kopf – vermutlich nach einem Abpraller-Tor. © Matthias Rietschel

Dresden. Hat der HC Elbflorenz ein Problem mit dem Reaktionsvermögen? Diese Frage drängt sich nach dem 3. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga auf. In den zwei Partien gegen die noch ungeschlagenen Teams vom ASV Hamm-Westfalen und den HSV Hamburg zählte Dresdens Trainer Rico Göde insgesamt 19 Abpraller vorm eigenen Tor. Nur drei holte sich allerdings sein Team, die anderen landeten in den Händen der Gegner – sechs in Hamm, zehn daheim am Freitagabend gegen Hamburg.

Darin allein die Ursache für die letztlich deutliche 28:33-Niederlage vor 1 521 Zuschauern gegen die Hanseaten zu suchen, wäre sicher zu kurz gedacht. Aber es ist ein wichtiges Puzzleteil für den Fakt, dass Dresden mit nunmehr 2:4 Punkten im unteren Tabellendrittel steht. Ist diese äußerst negative Abpraller-Statistik vor dem eigenen Tor Ausdruck fehlender sportlicher Qualität, mangelnden Reaktionsvermögens, zu wenig vorausschauenden Sehens und Handelns?

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Rico Göde wiegt seinen Kopf hin und her. „Es ist vielleicht ein bisschen von allem. Dazu gehört die Bereitschaft, aber auch ein bisschen Matchglück. In der ersten Halbzeit springen diese Bälle Hamburgs Kreisläufer Niklas Weller förmlich in die Hände.“ Jener Weller avancierte mit acht Treffern zum besten Schützen des Abends. „Wir müssen uns dieses Matchglück wieder erarbeiten, dass wir diese Bälle wieder bekommen – oder mehr davon. Ganz verhindern kann man das nicht. In der Summe war das aber einfach zu viel“, erklärte der von diesem Problem sichtlich genervte Dresdner Trainer. „Wenn man das runterrechnet … Der Gegner darf mal zwei, drei bekommen – zehn Bälle sind zu viel. Wenn wir uns die holen, wäre es ein bisschen anders gelaufen“, sagte Göde.

Viele der 17 Paraden von HCE-Torwart Mario Huhnstock vom Freitagabend waren somit gewissermaßen vergebens, da die Hamburger im Nachfassen den Angriff meistens dennoch vollenden konnten. „33 Gegentore sind Zuhause zu viel. Wir kommen zu spät dahin, dass wir den Kreis halbwegs ordentlich beackern, den bekommen wir gar nicht unter Kontrolle“, haderte Dresdens Vize-Kapitän Sebastian Greß. „Mario hat super gehalten, wir waren nicht frisch und fit genug im Kopf gewesen, um die Abpraller zu holen“, betonte der 24-Jährige ebenfalls das Grundübel.

Die positive Nachricht nach dieser Erkenntnis: An diesem Problem lässt sich arbeiten. Auf dem hochmodernen Speedcourt in der Ballsportarena lassen sich kognitive Fähigkeiten trainieren: Handlungsschnelligkeit, Reaktionsfähigkeit. Das lässt sich auf dem 9,75 mal 6,40 Meter großen Feld sogar messen und gegebenenfalls verbessern. Natürlich auch nur in einem gewissen Rahmen. „Wir werden und müssen daran arbeiten“, stellt Ex-Profi Rico Göde noch mal deutlich fest.

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