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Handballer feiern Jubiläum

1924 führte ein junger Lehrer die Ballsportart in der Oberlandstadt ein. Seitdem sind die Sportler hier sehr erfolgreich.

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Von Romy Kühr

Seit 85Jahren wird in der Oberlandstadt sehr erfolgreich Handball gespielt. Das feiern die Sportler heute und morgen mit Turnieren im Jahn-Stadion und einer Festveranstaltung in Röslers Ballsaal.

Der Neugersdorfer Handballsport brachte in den vergangenen Jahrzehnten viele sportliche Größen hervor und feierte nationale Erfolge. Dabei war es anfangs gar nicht so einfach, die Sportart in Neugersdorf zu etablieren, wie Heinz Schuster weiß. Der ehemalige Lehrer und lange selbst aktiver Spieler hat die Geschichte des Handballsports in Neugersdorf aufgeschrieben. „1924 kam Siegfried Weiche, ein junger Lehrer, nach Neugersdorf“, berichtet er. Am Lehrerseminar in Bautzen hatte er die Sportart kennengelernt. Bis dahin war Handball weitestgehend unbekannt. Erst nach dem ersten Weltkrieg entwickelte ein Berliner Sportlehrer die Ballsportart. Siegfried Weiche wollte auch in seiner Heimatstadt Handball spielen. Allerdings waren hier die Turner etabliert. „Sie hatten ihre eigenen Turnerspiele, wie Paarlaufen oder Faustball“, erzählt Schuster.

Frauen spielten besser

Trotzdem fand der junge Lehrer Mitstreiter. Auf der sogenannten Turnerwiese an der heutigen Jahn-Turnhalle durften sie schließlich ihre Tore aufbauen. Die Halle war damals noch im Bau, sie wurde erst 1926 eingeweiht. Am 5.Oktober 1924 fand das erste Handballspiel in Neugersdorf statt. Die Männer spielten gegen eine Mannschaft aus Weigsdorf-Köblitz und gewannen 7:2. Überliefert ist das alles aus Erzählungen älterer Neugersdorfer.

Nach diesem ersten Erfolg entwickelte sich der Handballsport in der Oberlandstadt. „Bis 1936 war die Mannschaft die Nummer eins in der Oberlausitz, Neugersdorf galt als Handballhochburg“, erzählt Heinz Schuster. Unterdessen wurde in drei Vereinen in Neugersdorf Handball gespielt. Einen separaten Handballverein gab es aber nie, die Sportart war immer als Abteilung in anderen Klubs integriert. Seit etwa 1930 gab es auch Frauen- und Jugendmannschaften. „Unsere Frauen waren insgesamt gesehen sogar besser“, weiß Schuster. Sie spielten seinerzeit ein Jahr lang in der höchsten Spielklasse des Hallenhandballs in der DDR. Heute hat die Abteilung Handball des TBSV vier Männer-, zwei Frauen- und sieben Jugendmannschaften. Alle sind sehr erfolgreich, die Frauen wurden dieses Jahr zum Beispiel Ostsachsenmeister.

Auch Geselligkeit gepflegt

Über 200Mitglieder hat die Handballabteilung. Trainieren müssen die Handballer in der Turnhalle des Oberlandgymnasiums in Seifhennersdorf. Die Jahn-Turnhalle ist zu klein für den Wettkampfsport.

Die älteren Handballer wollen sich vor der offiziellen Festveranstaltung im „Schweizerhaus“ treffen. „Wir haben viele frühere Spieler eingeladen“, erzählt Heinz Schuster. Sogar ein Spieler der ersten Neugersdorfer Handballmannschaft will kommen. Er ist jetzt 91Jahre alt und wohnt in Lörrach.