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Handballer machen ohne Pirna weiter

Die Spielgemeinschaft Pirna/Heidenau hat viele Talente geformt. Bald wird sie aufgelöst.

Von Stephan Klingbeil

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Langfristig Mädchen und junge Frauen für den Handball begeistern und sportlich erfolgreich sein: Das waren wichtige Ziele der seit 2009 bestehende Zusammenarbeit der beiden Klubs SSV Heidenau und VfL Pirna-Copitz. Seither traten die Frauen- und die weiblichen Nachwuchsteams als Spielgemeinschaft Pirna/Heidenau an. Das System funktioniert recht gut, die Kooperation brachte zahlreiche Talente hervor.

Die erste Mannschaft stieg in die Sachsenliga auf, konnte sich im Kampf um den Klassenerhalt Jahr für Jahr behaupten. Die zweite Mannschaft ist Hinrundenmeister in der Bezirksliga. Und im Vorjahr holte die SG im A-Jugendbereich erstmals die Sachsenmeisterschaft – ein Riesenerfolg. Es war der erste Landesmeistertitel überhaupt für die im weiblichen Handballbereich fusionierten Vereine aus Heidenau und Copitz.

Doch im Sommer wird die Spielgemeinschaft aufgelöst. Die Handballteams gehen dann als SSV Heidenau an den Start. Das sagte Heidenaus Vereinsvorsitzender Frank Müller auf SZ-Anfrage. Ein Hauptgrund: Nur noch vier Mitglieder der Spielgemeinschaft kommen vom VfL. Die restlichen Spielerinnen sind Mitglied bei Heidenau. Der SSV hatte Copitz vor ein paar Jahren dabei unterstützt, in Pirna Schülerinnen für den Handball beim VfL zu werben. Über 15 Mädchen sollen so den Weg zu den Copitzern gefunden haben. Die zweite Mannschaft der SG (B-Jugend) spielte noch diese Saison in der Kreisliga. Als der Trainer aus beruflichen Gründen kürzertrat und immer weniger Spielerinnen für das Copitzer SG-Team auf Torejagd gingen, zog man die Mannschaft im November vom Spielbetrieb zurück. Die restlichen Spielerinnen gingen zu anderen Teams in der Region.

Das Experiment hat nicht auf Dauer geklappt. Doch nicht zu vergessen, so Müller, dass mit den „sportlich ehrgeizigen“ Natalie Herrera und Susann Heidecke aus Lohmen zwei aktuelle Spielerinnen im Frauenkader zunächst kurz beim VfL waren, bevor sie nach Heidenau wechselten, dort das Handballspielen lernten – wie zuvor Sarah Mühle und Lisa Knauthe, und wie gestandene SSV-Eigengewächse wie Diana Sommer.

Vor allem Rückraumspielerin Heidecke trumpfte auf. Die heute 17-Jährige avancierte im ersten B-Jugend-Team der SG zur besten Spielerin, ließ auch in der A-Jugend viele Sportschülerinnen hinter sich. Die Linkshänderin stieß mit Anne Freisleben vor Saisonbeginn zum Sachsenligateam. Beide gehören nun zu den Leistungsträgerinnen. Wie wichtig besonders die torgefährliche Heidecke für die SG ist, zeigt sich auch daran, dass es nach ihrer Knieverletzung nur einmal, zuletzt beim 27:27 (11:11) in Waldheim, zu einem Punkt reichte.

Beim Aufsteiger und Ligavierten führte die SG mehrmals mit über drei Toren Vorsprung, konnte diesen aber nicht verteidigen. Die drei Partien zuvor im Januar gingen alle verloren. Während Heidecke mindestens bis Ende Februar pausieren muss, fällt die SG in der Tabelle zurück – auf Rang sieben. Der angepeilte Klassenerhalt sollte aber noch immer locker zu erreichen sein.

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