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Corona: Diese Geschäfte haben noch immer zu

Fast alle Läden im Landkreis Bautzen sind wieder geöffnet. Doch es gibt Ausnahmen, vor allem eine Branche ist betroffen.

Im Bautzener Kornmarkt-Center sind nach der corona-bedingten Schließung mittlerweile fast alle Läden wieder geöffnet. Aber es gibt Ausnahmen. Bei der Bäckerei Emil Reimann im Obergeschoss sind die Regale noch leer.
Im Bautzener Kornmarkt-Center sind nach der corona-bedingten Schließung mittlerweile fast alle Läden wieder geöffnet. Aber es gibt Ausnahmen. Bei der Bäckerei Emil Reimann im Obergeschoss sind die Regale noch leer. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Kunden wuseln durchs Kornmarkt-Center in Bautzen, vor allem zur Mittagszeit sind hier viele unterwegs, um ihre Pause zum Essen oder für kleinere Einkäufe zu nutzen. Die meisten Geschäfte im Center hatten Anfang Mai nach der Corona-bedingten Schließung wieder geöffnet. Einige folgten etwas später, zuletzt Nordsee in der vergangenen Woche. Damit sind im Kornmarkt-Center nur noch die Filialen des DER-Reisebüros und der Bäckereikette Emil Reimann geschlossen. 

Wann letztere wieder öffnet, ist noch unklar. Betriebsleiter Dirk Einert wollte sich gegenüber Sächsische.de dazu nicht konkret äußern. Auch der Manager des Kornmarkt-Centers, Christian Polkow, weiß nach eigener Aussage nicht, wann bei Reimann im Obergeschoss wieder verkauft wird, aber: „Wir haben natürlich Interesse daran, dass alle Läden wieder öffnen.“ In Bischofswerda hingegen ist die Emil Reimann-Filiale geöffnet.

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Noch keine persönliche Beratung möglich

Bei den DER-Reisebüros müssen die Kunden auf persönliche Beratung noch warten, wie das Unternehmen mitteilt. Demnach seien die Filialen im Kornmarkt-Center und an der Bautzner Straße in Kamenz zwar von Montag bis Sonnabend jeweils 10 bis 14 Uhr besetzt, aber ausschließlich telefonisch sowie per E-Mail erreichbar. Anrufe und E-Mails, die in der zweiten Bautzener DER-Filiale am Fleischmarkt eingehen, würden ins Kornmarkt-Center umgeleitet, so Sprecherin Angela de Sando.

„Wir haben zwischenzeitlich ein tragbares Konzept mit entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen erarbeitet und statten unsere Filialen in den kommenden Wochen damit aus. Es ist geplant, die beiden aktuell besetzten Reisebüros im Juni wieder für den persönlichen Kundenverkehr zu öffnen – natürlich unter Berücksichtigung der behördlichen Auflagen.“ Das Büro am Bautzener Fleischmarkt hingegen werde erst wieder geöffnet, „wenn die Nachfrage nach Reisen wieder steigt und es für uns wieder verkaufbare Produkte gibt“, so die Sprecherin.

Schwierige Lage auch in anderen Reisebüros

Die Reisebüros sind offenbar die Läden, die durch die Corona-Pandemie am stärksten in ihrem Geschäft beeinflusst sind. Zwar haben viele wieder regulär geöffnet wie etwa das Reiseland im Bautzener Kaufland. Einige andere sind persönlich nur stundenweise für die Kunden da. Das Reisecenter Kamenz von Antje Löchel zum Beispiel öffnet montags bis freitags jeweils drei und das Holidayland in Kamenz vier Stunden. So läuft es auch im Reisebüro Pahlisch in Bautzen. Von Montag bis Freitag hat das Geschäft An den Steinbrüchen von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Kunden von Galeria Reisen in der Bautzener Reichenstraße können ihre Wünsche und Anliegen vorerst ebenfalls nur telefonisch oder per E-Mail übermitteln. Das Reisebüro Bury am Markt in Bischofswerda ist ebenfalls für den Besucherverkehr geschlossen. Für Anfragen und Umbuchungen stünden die Mitarbeiter ausschließlich per E-Mail zur Verfügung. 

Ein anderes Geschäft in Bischofswerda feierte an diesem Dienstag dagegen Eröffnung. In die ehemalige Weinperle am Markt ist ein Feinkostladen gezogen. Das sei doch gerade in diesen Zeiten eine gute Nachricht, findet Wirtschaftsförderer Manuel Saring. Von anderen Geschäften in Bischofswerda, die Corona-bedingt noch geschlossen sind, wisse er nichts. So sieht es auch in Kamenz aus, sagt Doreen-Charlotte Hantschke, Wirtschaftsreferentin der Stadt. Gleiches gilt für Bautzen, teilt Alexander Scharfenberg, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, mit. Zumindest sei ihnen nichts anderes bekannt.

Konsumenten sind noch zurückhaltend

Dass es für die Händler im Landkreis Bautzen trotzdem ein hartes Jahr wird, sagt Jeanette Schneider, Leiterin der Geschäftsstellen Bautzen und Kamenz der Industrie- und Handelskammer (IHK). „Die Konsumenten sind noch zurückhaltend“, wenngleich der Fahrrad- und Elektrogerätemarkt boome. „Jeder, der kann, wird sein Geschäft öffnen“, vermutet Jeanette Schneider. „Jetzt kommt es aber auch darauf an, dass die Kunden die regionalen Händler auch aufsuchen.“ 

In jüngster Zeit seien ja viele Menschen auf Online-Käufe ausgewichen. Gewisse Hindernisse könnten Corona-bedingt aber noch bleiben, denkt die IHK-Geschäftsstellenleiterin. „Dort, wo nur eine begrenzte Zahl an Kunden ins Geschäft darf, wird nicht jeder warten, bis er an der Reihe ist. Und der Einkauf mit Maske kann hier und da etwas belastend sein, etwa beim Anprobieren von Kleidung.“ Für den Handel komme es darauf an, wie sich die Corona-Beschränkungen weiterentwickeln.

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