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Handmannsche Villa wird Seniorenresidenz

Die alte Handmannsche Villa an der Bertholdstraße hat eine neue Besitzerin. Cornelia Brambor, Chefin des gleichnamigen Pflegedienstes in Roßwein, hat die Immobilie gekauft. Sie will das Haus in den kommenden Monaten komplett für „betreutes Wohnen“ umbauen lassen.

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Von Jens Hoyer

Die alte Handmannsche Villa an der Bertholdstraße hat eine neue Besitzerin. Cornelia Brambor, Chefin des gleichnamigen Pflegedienstes in Roßwein, hat die Immobilie gekauft. Sie will das Haus in den kommenden Monaten komplett für „betreutes Wohnen“ umbauen lassen. Der Döbelner Anzeiger hat eine besondere Beziehung zu dem Haus: Bis 2004 arbeiteten dort Redaktion und Vertrieb. Bis 1992 praktizierte außerdem der Augenarzt Dr. Albrecht Handmann in den Räumen.

Voraussichtlich ab Ende des Jahres werden etwa 20 Wohnungen für ältere Leute zur Verfügung stehen. „Die Mieter können in dem Haus völlig eigenständig wohnen. Trotzdem wird rund um die Uhr jemand für sie da sein“, sagte Cornelia Brambor. Das Vorhaben ist ein „Familienprojekt“, das von Sohn Benjamin Brambor betreut wird. Der 24-Jährige ist ausgebildeter Pflegedienstleiter.

„Eigentlich haben wir ja ein größeres Objekt in Döbeln gesucht“, erzählte Cornelia Brambor. „Dann haben uns aber viele Leute zugeredet, bei unserem alten Stil zu bleiben: Eine alte Villa mit einem großen Park herum.“ In Roßwein betreibt die Familie bereits zwei solcher Objekte. In der Villa Rüderpark ist die Tages- und Kurzzeitpflege untergebracht. In der Villa an der Karl-Marx-Straße werden demenzkranke Menschen betreut. Mit dem neuen Objekt für betreutes Wohnen in Döbeln werde das Angebot komplettiert und abgerundet.

Das Architekturbüro Schroeder in Gärtitz erarbeitet die Planung für den Umbau. Die genauen Kosten des Vorhabens stehen noch nicht fest. „Eine Million Euro wird wohl nicht reichen“, sagte Cornelia Brambor. Die Villa müsse grundlegend saniert werden. Die Trockenlegung müsse erfolgen, Fenster und Türen seien zu erneuern, der Zuschnitt der Innenräume zu verändern. Alles werde behindertengerecht umgebaut, dafür sei auch ein Fahrstuhl vorgesehen, sagte Cornelia Brambor. Entstehen werden Ein- und Zweiraumwohnungen. Die Nachfrage nach solchen Wohnangeboten sei groß.

In den nächsten Wochen werden die Arbeiten beginnen. Bis November soll der Umbau beendet sein. Sichtbar werden die Veränderungen aber zuerst im Park, der das Haus umgibt. „Wir wollen so viele Bäume wie möglich erhalten. Aber viele sind krank und müssen gefällt werden“, sagte Cornelia Brambor. Die Genehmigungen dafür seien vom Landratsamt erteilt. In Januar und Februar seien die Baumfällarbeiten geplant.

Etwa zehn Arbeitsplätze werden durch das Wohnprojekt entstehen, schätzt Cornelia Brambor ein. Derzeit seien beim Pflegedienst und in den beiden Häusern in Roßwein 60 Mitarbeiter beschäftigt.