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Handyfoto oder doch Postkarte?

Viele Urlauber senden aus den Ferien einen Gruß an ihre Liebsten. Handynachrichten sind dabei nicht die erste Wahl.

© privat

Von Erik-Holm Langhof

Wenn Torben Tille in den Urlaub fährt, dann ist es für ihn immer wieder ein Bedürfnis, einen Gruß in die Heimat zu senden. Egal, ob aus Ägypten, Kroatien oder doch der Türkei. Auch wenn der 13-Jährige mit seinem Smartphone viele Bilder macht und an Freunde sendet, denkt er an seine Familie und greift doch zum Stift. „Postkarten sind einfach persönlicher als nur eine Nachricht übers Handy“, meint der Zittauer.

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Tatsächlich sehen das auch viele Urlauber im Zittauer Gebirge so. Wie Sylvia Gulich vom Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge sagt, ist und bleibt die Postkarte beliebt. Neben regionalen Produkten wie Handtücher der Frottana, dem Kräuterlikör „Alter Zittauer“ oder dem Zittauer Zwiebelsenf wird die Bildkarte gern gekauft und versendet. „Ein Rückgang ist hier nicht zu verzeichnen“, so die Leiterin des Zentrums. Im vergangenen Jahr wurden im Tourismuszentrum circa 5 000 Ansichtskarten gekauft, im ersten Halbjahr 2018 sind es ebenfalls bereits etwa 2 100. Überzeugt vom Erhalt der Postkarte ist auch Alexander Hesse von Dienstleister „Postmodern“ in Dresden. Der Marketingleiter erklärt zwar, dass man keine genauen Zahlen kenne, da Briefe und Postkarten zusammengezählt werden, aber die Menge an Postkarten im Überblick seien relativ konstant geblieben. Eine neue Erscheinungsform sei die sogenannte „E-Postkarte“. Dabei könne der Kunde bei einem Anbieter im Internet die Karte mit einem eigenen Foto bestücken und ebenfalls auf der Rückseite eine persönliche Nachricht formulieren. „Die Postkarte wird dann ausgedruckt und versendet“, erklärt Hesse. Eine Möglichkeit, die es erlaubt, eine noch persönlichere Postkarte zu versenden.

Laut einer Studie der L’TUR Tourismus AG senden drei von vier Deutschen Grüße aus dem Urlaub – die weitaus meisten auf dem traditionellen Weg. Für 78 Prozent der Reisenden ist die Postkarte eindeutig die erste Wahl, wenn es um das Übermitteln von Urlaubsgrüßen geht. Erst danach folgten Whatsapp-Nachrichten (36%) oder Kurzmitteilungen (30%) über das Handy. Und wer sind die Adressaten? Neun von zehn Urlaubsgrüßen gehen an Freunde oder Familie. Erst mit großem Abstand folgen dann Arbeitskollegen und Nachbarn.

Torben Tille hat zwei Postadressen, die für ihn unabdingabr sind: die Uroma und die Großeltern. „Oma und Opa freuen sich immer, wenn sie auch mal andere Post bekommen als immer nur Rechnungen“, meint der Schüler und lacht.