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Handys, Bohrer, Zahnbürsten

Drei Familienväter aus Weißrussland wurden im März beim Stehlen erwischt. Nun kamen sie aus der Haft.

© Sven Ellger

Der Eine hat die Idee, der Zweite ein Auto, der Dritte packt mit an. So oder so ähnlich wird es gelaufen sein, als sich drei Männer aus Weißrussland auf den Weg nach Deutschland machen, um ihren Ford Galaxy mit Diebesgut zu füllen. 

Die Sache ging gründlich schief. Nach der dritten Dresdner Aldi-Filiale wurden sich noch am 18. März verhaftet. Am Dienstag stand das Trio vor dem Amtsgericht Dresden – wegen gemeinsamen schweren Bandendiebstahls.

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Laut Anklage haben die Männer im Alter von 34, 38 und 45 Jahren in zwei Filialen des Discounters in der Bulgakow- und der Reicker Straße unter anderem Handys, Werkzeug, Zahnbürsten, Kleidung, Kaffee und Schokolade im Wert von mehr als 660 Euro gestohlen. 

Nach dem Besuch des dritten Supermarkts in Seidnitz , wo sie wiederum Waren für 90 Euro in ihren Taschen hatten verschwinden lassen, wurden sie von der Polizei gefasst. Die Täter, die bereits in ihrem Van losgefahren waren, hatten sich ohne Theater festnehmen lassen. Schon im Ermittlungsverfahren machten sie umfassend Angaben zu den Vorwürfen.

16 Monate - auf Bewährung

Auch in ihrem Prozess vor dem Schöffengericht haben die Männer die Vorwürfe gestanden. Ihr Plan sei es gewesen, die Beute zu Hause zu verkaufen. Sie alle kommen aus derselben Stadt, haben Familie und jeweils zwei Kinder und sagten, dass sie nicht viel Geld haben. Alle drei entschuldigten sich und sagte, sie bedauerten ihre Taten. Es würde nicht wieder vorkommen.

Das Gericht verurteilte alle Angeklagten zu derselben Freiheitsstrafe von 16 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Das Urteil ist Ergebnis einer Verfahrensverständigung und ersparte allen Beteiligten eine längere Beweisaufnahme. Der Staatsanwalt hatte für alle je 18 Monate, die Verteidiger 15 Monate gefordert. Zwei Angeklagte durften das Gericht auf freiem Fuß verlassen und ihre Heimreise antreten.

Der Dritte jedoch bleibt in Haft. Er muss eine frühere Geldstrafe absitzen. Am Rande wurde bekannt, dass die Polizei im Auto der Diebe weitere Beute im Wert von etwa 200 Euro fand, die sich keinen Taten zuordnen ließ. Darüber hinaus wird gegen das Trio auch in Brandenburg ermittelt, wo es ebenfalls Diebstähle gab.

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