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Hanke wird Oberbürgermeister in Pirna – er feiert einen deutlichen Sieg

Klaus-Peter Hanke gewinnt klar die gestrige OB-Wahl. Zweifel an seinem Willen weist er weit von sich.

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Von Alexander Müller

Großer Jubel herrschte gestern bei Klaus-Peter Hanke. Im Pirnaer Restaurant „Zur Dolle“ verfolgte er den Wahlausgang, der ihm schließlich 60 Prozent aller Stimmen einbrachte. „Ich bin überwältigt“, erklärte er. Im ersten Wahlgang hatte der als unabhängiger Kandidat antretende Tiefbauunternehmer noch 45,7 Prozent erreicht. Die hätten ihm im zweiten Anlauf, wo keine absolute Mehrheit mehr nötig war, auch gereicht. Doch das jetzt noch gesteigerte Ergebnis manifestierte den klaren Sieg des 56-Jährigen.

Klaus-Peter Hanke wirkte dann auch nicht mehr überrascht: „Es ist schon ein bisschen gesackt, ich sehe mich gut vorbereitet für die neue Herausforderung.“ Und obwohl er bisher für die Freien Wähler im Pirnaer Stadtrat saß und jetzt von der CDU und der FDP unterstützt wurde, will er unabhängig bleiben. „Ich will, dass es um Pirna geht und nicht um politische oder Parteiquerelen.“

Gut gelaunt ging es auch bei den Linken zu, obwohl sie abgeschlagen auf den zweiten Platz kamen. „Wir werden unsere konstruktive Arbeit weiter fortsetzen“, sagte deren Kandidat Tilo Kloß. „Wir konnten leider nicht die vielen Nichtwähler für uns gewinnen.“ Die niedrige Wahlbeteiligung von nur 30,5 Prozent hält er deshalb auch für das eigentliche Problem. Was Hanke angeht, so wurde André Hahn, Fraktionsführer der Linken im sächsischen Landtag, deutlich: „Ich befürchte, dass von ihm keine eigenen Impulse ausgehen, ich habe ihn im Kreistag erlebt.“ Dort sei Hanke nie wirklich in Erscheinung getreten. „Ich wünsche ihm vor allem viel Gesundheit und dass er die sieben Jahre Amtszeit auch durchsteht“, ergänzte Tilo Kloß.

Er spielte damit auf ein Gerücht an, wonach Hanke nach zwei Jahren Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen abdanken und die Geschäfte wieder dem derzeit amtierenden Oberbürgermeister Christian Flörke übergeben wolle. Doch der Wahlsieger dementierte das heftig und deutete sogar eine erneute Kandidatur an. „Die sieben Jahre will ich mindestens machen.“

Während Klaus-Peter Hanke feiern konnte, versucht sich die tief gespaltene städtische CDU noch zu finden Sie war nach ihrer 14,5-Prozent-Schlappe im ersten Wahlgang gar nicht mehr angetreten. Heute trifft sich ihr Vorstand zu einer Beratung. „Weiter so geht nicht“, erklärte CDU-Stadtrat Ralf Thiele. „Wir greifen an“, kündigte Ralf Böhmer an. Das Vorstandsmitglied gilt als einer der heftigsten Kritiker von Parteichef Oliver Wehner.