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Hans-Fromm-Straße führt durch die Markuspassage

Die Straße durch das Wohn- und Geschäftsquartier hat nun einen Namen bekommen. Wann es mit dem Bau losgeht, bleibt unklar.

Von Sarah Grundmann

Noch reihen sich auf dem Areal zwischen Bürger- und Leipziger Straße Autos dicht an dicht. Das Grundstück neben dem Pieschener Rathaus wird nämlich als Parkplatz genutzt. Ein privater Investor plant dort allerdings bereits seit Jahren den Bau eines Wohn- und Geschäftsquartiers – der sogenannten Markuspassage. Immer wieder hatte sich der Baustart verzögert. Jetzt ist das Vorhaben einen Schritt weiter.

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Noch in diesem Jahr möchte das Straßen- und Tiefbauamt eine Straße anlegen, die durch das Areal führt. Diese ist dann nur für Anliegerverkehr frei. Und einen Namen gibt es auch, darüber haben die Pieschener Ortsbeiräte in ihrer vergangenen Sitzung abgestimmt. Nach Ortsamtsleiter Christian Wintrich meist eine langwierige Geschichte, schließlich müsse der Name ja in das Gebiet passen. Doch diesmal ging alles ganz schnell.

Knapp setzte sich die Hans-Fromm-Straße mit acht Stimmen gegen die Konkurrenten Elbgasse mit sechs und Markuspassage mit vier Stimmen durch. Der Vorschlag Paul-Watzke-Straße wurde in der Sitzung kurzfristig zurückgezogen. Denn wie sich herausstellte, war der Branntwein-Brenner nicht für den Bau des bekannten Ballhauses in unmittelbarer Nähe auf der Kötzschenbrodaer Straße verantwortlich. Wer es errichtete, konnte nicht herausgefunden werden. Aber auch der gewählte Name hat einen Bezug zu dem Gebiet.

Denn Hans Fromm war Kantor in der Markuskirche, die sich schräg gegenüber vom Baugrundstück befindet. Außerdem lehrte er auch als Dozent an der Kirchenmusikschule in Dresden. Viele Anwohner konnten seinen „Orgelkonzerten mit Erläuterung“ in der Markus- und der Kreuzkirche lauschen. Eigentlich sollte er auch in Letzterer als Kantor arbeiten. Doch bevor er das Amt antreten konnte, verstarb er überraschend im Jahr 1982 – mit gerade einmal 45 Jahren. Bald wird nun ein Straßenname an ihn erinnern. Doch wann die Markuspassage errichtet wird, bleibt weiterhin unklar.

Zwar liegt mittlerweile ein Bauantrag vor, welcher derzeit geprüft wird. Das teilt das Bauaufsichtsamt auf SZ-Anfrage mit. Aber Termine für Baustart und -ende sind der Stadt bislang noch nicht bekannt. Der private Investor hat den in Dresden lebenden Architekten Carsten Otto mit der Planung beauftragt. Entstehen sollen etwa 100 Wohnungen, im Erdgeschoss ist Platz für Geschäfte. Außerdem sind rund um die Hans-Fromm-Straße Fahrradstellplätze, Grünflächen, Sitzgelegenheiten sowie sechs Parkplätze geplant.