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Harsche Kritik nach Wahl-Eklat

Die erfolgreiche Beschwerde gegen eine Ratskandidatur sorgt in Wülknitz für Wirbel. Auch von Instrumentalisierung ist die Rede.

Hannes Clauß, Bürgermeister von Wülknitz, äußerte sich nicht zu dem Vorgang und zu der Kritik.
Hannes Clauß, Bürgermeister von Wülknitz, äußerte sich nicht zu dem Vorgang und zu der Kritik. © Archivfoto: Sebastian Schultz

Wülknitz. Die Wülknitzer Gemeinderatskandidaten Jens Kraze und Maik Apitz (Wählergemeinschaft Sankt Florian) sehen sich wegen ihrer erfolgreichen Beschwerde gegen die Ratskandidatur von Uwe Seifert (CDU) starker Kritik ausgesetzt. 

Beide hatten die Rechtsaufsicht darauf hingewiesen, dass Seifert im Ortsteil Heidehäuser genau genommen nicht auf Wülknitzer Gemeindegebiet wohnt. Der langjährige Gemeinderat musste daraufhin von der Wahlliste in Wülknitz gestrichen werden.

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Im Wülknitzer Gemeinderat wurde der Schritt von Bürgern am Montag unter anderem als „klein kariert“ bezeichnet. Ratsmitglied und Vize-Bürgermeister Hans-Jürgen Wermann (CDU) kritisierte das Vorgehen in einer längeren Erklärung als unfair und warf den beiden Beschwerdeführern ein „scheinheiliges Wahlkampfmanöver vor“. 

Martin Gutmann (CDU) nannte es „beschämend“, wie an der Person Uwe Seiferts gesägt worden sei. Wermann und Gutmann kritisierten insbesondere Gemeindewehrleiter Maik Apitz, der sich aus ihrer Sicht von Jens Kraze habe instrumentalisieren lassen. Apitz selbst war nicht vor Ort. Kraze nahm zu der Kritik an ihm keine weitere Stellung, sprach lediglich in einem Nebensatz von einer „Hexenjagd“.

Bürgermeister schweigt zur Kritik

Uwe Seifert verabschiedete sich mit Dankesworten „an viele ehrliche Mitstreiter“ aus dem Gemeinderat, aus dem er am Montag ausscheiden musste. Das gemeinschaftliche Gemeindeleben sei durch den Vorgang schwer getroffen, sagte er zudem.

Wülknitz’ Gemeindechef Hannes Clauß (parteilos) bewertete den Vorgang nicht. Clauß äußerte sich auch nicht zur Kritik der Beschwerdeführer gegen ihn, er habe verpasst, das Problem der Gemeindegrenze in Heidehäuser zu lösen, das Grundlage von Uwe Seiferts Wahlausschluss ist.

Clauß sagte, er und Zeithains Bürgermeister Ralf Hansel (parteilos) würden die betroffenen Bürger von Heidehäuser in einem Schreiben darüber informieren, dass sie zur Wahl Ende Mai in Zeithain wählen gehen müssen. Betroffen sind laut Clauß zwei Familien, jedoch mehrheitlich Bewohner des Behinderten-Wohnheims.

Unklar ist derzeit, wie sich die jetzige Zuordnung der rund 50 Menschen nach Zeithain auf die Wülknitzer Gemeindefinanzen auswirken wird. Auch, ob die Zuordnung für die Betroffenen Kosten verursacht und wer diese womöglich trägt, ist offen. Im Mai wollen sich laut Hannes Clauß Wülknitz und Zeithain zu solchen Fragen verständigen. Bis zur Landtagswahl im Herbst soll der Zeithainer Teil von Heidehäuser Wülknitz zugeordnet werden. (SZ)