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Harte Kante gegen Hetzer und Lügner

Martin Dulig sorgt sich auch wegen der sinkenden Hilfs- bereitschaft gegenüber Flüchtlingen.

© Norbert Millauer

Von Peter Anderson

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Dresden/Landkreis. Der Moritzburger SPD-Landtagsabgeordnete und sächsische Parteivorsitzende der Sozialdemokraten Martin Dulig möchte traumatisierte Asylsuchende im Freistaat besser vor weiteren Verletzungen beschützen. „Wir müssen immer wieder klare Kante zeigen und die Lügner und Demagogen, welche behaupten, Bürgerkriegsflüchtlinge würden in Zelten und Hallen auf Pritschen besser behandelt als die einheimische Bevölkerung, als das bezeichnen, was sie sind“, so Dulig. Wer losprügele, Feuer lege und andere angreife, um Hass und Neid zu schüren, müsse die volle Härte des Gesetzes spüren und die Widerworte der Anständigen zu hören bekommen.

Vor dem Hintergrund einer SZ-Umfrage zur niedrigen Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen im Raum Meißen sieht der stellvertretende Ministerpräsident zudem einen erhöhten Bedarf für Aufklärung und Kontakte. Vorurteile ließen sich am besten abbauen, indem man sich mit ihnen beschäftige. Das gelte für fremdes Essen genauso wie für fremde Menschen. Bereits jetzt könnten bei vielen Initiativen gute und einfach zu organisierende Aktionen beobachtet werden, die allen Beteiligten Freude bereiteten.

Gleichzeitig sieht der SPD-Spitzenpolitiker einen Bedarf für eine verbesserte Kommunikation zum Beispiel zu neuen Asylbewerber-Unterkünften. „Die Ereignisse in den vergangenen Wochen haben manche überrollt und überfordert“, so Dulig. Das passiere in solchen Situationen und darunter habe auch die Kommunikation gelitten. Das müsse sich ändern. Kommunikation sei jedoch keine Einbahnstraße. Da gebe es auch bei manchen Kommunen noch Luft nach oben.

Überrascht von der unfreundlichen Haltung vieler Einwohner vor allem aus der Meißner Region gegenüber Asylsuchenden, zeigte sich der Linken-Landtagsabgeordnete Sebastian Scheel. In einer SZ-Umfrage hatten knapp 60 Prozent der Teilnehmer aus dem Gebiet der Kreisstadt angegeben, Flüchtlinge nicht persönlich treffen oder ihnen helfen zu wollen. Für eine touristische Attraktion wie Meißen sei dies ein sehr bedenkliches Ergebnis, so Scheel. Der Oberbürgermeister und alle Verantwortlichen sollten dies zum Anlass nehmen, noch einmal ihre Strategien im Umgang mit dem Flüchtlingsthema zu überdenken. Den Freistaat forderte Scheel zudem auf, ein schlüssiges Unterbringungskonzept vorzulegen. Die Bürgermeister und Oberbürgermeister der Städte und Gemeinden dürften nicht immer wieder durch Schnellschüsse vor den Kopf gestoßen werden.Seite 14