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Wieder Diebe in Harthas Gartengruppen

Innerhalb von vier Wochen sind Unbekannte zweimal in Lauben eingestiegen. Die Taten erinnern an die Harthaer Einbruchsserie von 2018.

Auch die Gartengruppe "Neuland" in Hartha war von den Einbrüchen Ende April betroffen.
Auch die Gartengruppe "Neuland" in Hartha war von den Einbrüchen Ende April betroffen. © Dietmar Thomas

Hartha. Es ist schon wieder passiert: In der Nacht zu Mittwoch sind unbekannte Täter in mehrere Lauben der Gartengruppe „An der Sternwarte“ in Hartha eingebrochen. Bereits vor drei Wochen verschafften sich Diebe Zutritt zu einem Haus in der Gartengruppe „Neuland“ an der Töpelstraße. Die Taten erinnern an eine große Einbruchsserie von 2018.

Insgesamt sechs Gartenlauben wurden zwischen dem 12. und 13. Mai an der Sternwarte aufgebrochen. Laut Polizei stahlen die Täter unter anderem ein Radio und zahlreiche Flaschen Schnaps. Insgesamt im Wert von etwa 1.300 Euro. Hinzu kamen massive Schäden an den Objekten, die die Unbekannten verursacht haben.

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In der Nacht zum 30. April zeigte sich nur wenige Kilometer entfernt in der Gartenanlage „Neuland“ ein ähnliches Bild. Auch dort verschafften sich Unbekannte Zutritt zu sechs Gartenlauben. Dort wurde Werkzeug im Wert von rund 500 Euro entwendet und es entstand hoher Sachschaden an den Lauben, die gewaltsam aufgebrochen wurden.

All das erinnert an eine Einbruchsserie aus dem Jahr 2018. Damals drang der Täter in Kleingärten, Geschäfte und auch in eine Kindertagesstätte ein. Letztendlich konnte die Polizei einen Mann festnehmen, dem 120 Einbrüche zugeschrieben wurden. Zur Anklage kamen jedoch nur 18 Fälle. „Sein Hauptmotiv war es, zu überleben. Er war sich zu schade, Hartz IV zu beantragen“, sagte Döbelns Revierleiter der Polizei Andree Wagner damals. Das Diebesgut konnte zu großen Teilen an die Besitzer zurückgegeben werden.

Döbelns Revierleiter Andree Wagner zeigt hier 2019 ein Teil des Diebesguts, das im Jahr 2018 in den Gartenlauben entwendet wurde.
Döbelns Revierleiter Andree Wagner zeigt hier 2019 ein Teil des Diebesguts, das im Jahr 2018 in den Gartenlauben entwendet wurde. © Archiv/André Braun

Doch auch danach gingen die Einbrüche weiter. „Kurz vor Weihnachten haben wir Spezialkräfte eingesetzt und zwei weitere Täter verhaftet, Anfang Januar noch einen weiteren“, erläuterte Wagner Anfang 2019. "Hartha schien ein großer Selbstbedienungsladen geworden zu sein", resümierte er im Gespräch mit Sächsische.de. Die Einbruchsserie in Hartha setzte den Opfern jedoch noch lange zu

Polizisten verstärkt auf Streife in Hartha

Nun steht die Polizei erneut vor einer Reihe von ungeklärten Diebstahl-Fällen. Wie sie auf Anfrage von saechsische.de mitteilt, prüfen die Beamten auch jetzt im Zuge der Ermittlungen Zusammenhänge der Taten mit vorangegangen Fällen. „Hinweise durch Zeugen gibt es bislang für die Einbrüche im April sowie Mai nicht“, erklärt Marcus Gerschler von der Polizeidirektion Chemnitz. 

„Die Kollegen des Polizeireviers Döbeln sind im Hinblick auf die Taten sensibilisiert und bestreifen das Stadtgebiet von Hartha sowie Kleingartenanlagen- und Vereine regelmäßig zu unterschiedlichen Zeiten.“ Es sei jedoch nicht durchgängig möglich, jede Kleingartenanlage einzeln auf Einbruchsspuren zu überprüfen.

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Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) vertraut in Hinblick auf die erneuten Einbrüche vollumfänglich auf das Polizeirevier und deren Beamten. „Wir sind in gutem Kontakt und informieren uns gegenseitig über neue Erkenntnisse“, so das Stadtoberhaupt. „Es ist natürlich ärgerlich, wenn die Arbeit der Kleingärtner so kaputt gemacht wird.“ Außerdem sei es ein sehr befremdliches Gefühl, wenn jemand in die Privatsphäre eindringe und teilweise wichtige Gegenstände mitnehme. Das könne er sehr gut verstehen.

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