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Hartnäckig für die Leisniger unterwegs

Wenn es in Leisnig um Kultur geht, dann ist an Carla Lichtenstein selten ein Vorbeikommen. Am Sonntag wird sie 80 Jahre alt.

Wieviele Kulturveranstaltungen Carla Lichtenstein in ihren Leben organisiert hat, das hat wohl niemand mitgezählt. Am Sonntag wird die engagierte Leisnigerin 80 Jahre alt.
Wieviele Kulturveranstaltungen Carla Lichtenstein in ihren Leben organisiert hat, das hat wohl niemand mitgezählt. Am Sonntag wird die engagierte Leisnigerin 80 Jahre alt. © Dietmar Thomas

Leisnig. In der Ü-60-Generation ist Carla Lichtenstein sicherlich jedem Leisniger bekannt.

Mancher hat bei der früheren Leiterin der Stadtbibliothek noch Bücher und Zeitschriften in den Räumen an der Chemnitzer Straße ausgeliehen. Ein anderer hält sich bei ihr möglicherweise durch Tanzen fit. Schon relativ rasch nach der Wende hat Carla Lichtenstein 1991 eine Seniorentanzgruppe in Leisnig gegründet, dafür auch eine Übungsleiter-Befähigung erlangt.

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Am 22.8. weckt die Band Silent Circle Erinnerungen an die 80er. Wild, bunt, schrill. Genau wie damals. Alle Infos zur Veranstaltung gibt es hier.

Diese Tanzgruppe ist eine von mehreren Gruppen des Kulturbundes Leisnig, dessen Vorsitzende Carla Lichtenstein seit vielen Jahren ist. Hier und da hat sie die Verantwortung schon aus den Händen gegeben. Die Leitung des Literaturkreises beispielsweise liegt mittlerweile bei Sylvia Eggert.

Mit Luther und Krambambuli

Manch anderes organisiert sie nach wie vor selbst. Dazu gehört die Beteiligung des Vereins am Altstadtfest unter anderem mit einem Töpfer- und Trödelmarkt. Auch die Eröffnung des Blütenfestes liegt seit der Wende schon in der Verantwortung des Kulturbundes.

„Wir als Kommune und als Stadträte sind Frau Lichtenstein sehr dankbar für alles, was sie geleistet hat und noch leistet“, sagt Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Das hat die Stadt der Jubilarin unter anderem zum Neujahrsempfang 2014 mit einer öffentlichen Ehrung gezeigt.

Geschätzt wird Carla Lichtenstein für ihre Verlässlichkeit. Was sie zusagt, passt dann auch. Ihrer Hartnäckigkeit hat der Kulturbund beispielsweise eigene Vereinsräume im Stadtgut zu verdanken. Dort brachte sich die Leisnigerin auch mit rund 350 Stunden ein, als es darum ging, eine Dauerausstellung zu Reformator Martin Luther, zur Kastenordnung und zur Kirchenmusik in Leisnig zu etablieren.

Das nächste Projekt wartet schon

Aber sie mag auch andere Musik. Die regelmäßige Einladung des Salonorchesters „Krambambuli“ nach Leisnig ist ein Beweis dafür. Außer Unterhaltungsmusik und Tanz organisiert sie ebenso Ausstellungen oder Stadtgutstündchen. Dabei geht es bei einem Gläschen Wein um Aktuelles genauso wie um Geschichtliches.

An Leisniger Persönlichkeiten erinnert sie mit dem Kulturbund-Vorstand auf unterschiedliche Art und Weise. Die Festspiele des ehemaligen Kantors und Heimatkomponisten Franciscus Nagler leben jedes Jahr beim Blütenfest durch Schüler aus Sitten auf und weiter. Zur Erinnerung an Puppenspieler Heinz Kotte gibt es Puppenspieltage. Nur 2020 musste wegen Corona pausiert werden.

Sich selbst gönnt Carla Lichtenstein kaum eine Pause. Eines der nächsten Projekte, in das sie eingebunden ist, spielt sich wiederum im Stadtgut ab. Dort sollen im Dachgeschoss irgendwann einmal Dioramen gezeigt werden, in denen Zinnfiguren verschiedene Stationen aus Martin Luthers Leben nachbilden. 

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