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Hase und Igel, oder: Frust im Lausitz-Center

Die Diskrepanz zwischen Ankündigungen, möglichen Verordnungen und halboffiziellen Verlautbarungen lähmt alles.

Lausitz-Center-Manager Dieter Henke hatte in der Mall die Schilder zu den Sonderöffnungszeiten mit Banderolen überklebt, dass es ab Montag so weitergehen werde wie bisher. Nun scheint das hinfällig.
Lausitz-Center-Manager Dieter Henke hatte in der Mall die Schilder zu den Sonderöffnungszeiten mit Banderolen überklebt, dass es ab Montag so weitergehen werde wie bisher. Nun scheint das hinfällig. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Gestern wurde die Osterdekoration im ECE-Lausitz-Center Hoyerswerda abgebaut. „Hase und Igel“, so das Lebende-Bilder-Szenario, haben ihren ungleichen Wettlauf also beendet. Beziehungsweise: Sie haben ihn gerade erst richtig aufgenommen. Als Hase fühlt sich Center-Manager Dieter Henke. Er schwankt zwischen Empörung und Resignation; zwei Gefühls-Pole, die ihm sonst völlig fremd sind.

Rückblick: Am 15. April, am Mittwoch, heißt es: Sachsen lockert die Corona-Einschränkungen per Montag, dem 20. April – falls das Kabinett den Vorschlägen der Staatsregierung folgt. Eine Mitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sagt in Sachen Handel: „Die Erlaubnis zur Öffnung betrifft Ladengeschäfte des Einzelhandels jeder Art bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter“; ausdrücklich als öffnungsberechtigt genannt werden unter anderem auch Möbelhäuser.

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Aufatmen bei Dieter Henke. Rückkehr zum ordnungsgemäßen Center-Betrieb scheint möglich. Gleich morgen, also am Donnerstag, wird er mit den Mietpartnern beraten, wie alles ab Montag wieder anläuft. Auch die Stadt Hoyerswerda zeigt Entgegenkommen. Aber am Donnerstagmorgen die Ernüchterung. Eine Zeitung meldet: „Große Einkaufszentren mit mehreren Einzelläden oder auch Möbelhäuser bleiben aber geschlossen.“

Das stellt sich dann als veraltet heraus, und im Laufe des Donnerstags kommt einen neue, korrigierte ministeriale Meldung: „Zusätzlich zu den bisher geöffneten Läden können künftig alle Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern öffnen.“ Zu Einkaufscentern keine verbietenden Einschränkungen. Aber zeitgleich sieht Henke die Twitterbotschaft eines Ministers der Regierungskoalition; solche Center sollten künftig ganz (!) geschlossen bleiben. Henke ist zutiefst verunsichert: „Eigentlich wollte ich heute (meint: Donnerstag) voll im Stress sein, die Wiedereröffnung am Montag vorbereiten. Jetzt weiß ich gar nichts mehr. Nichts. Ich habe Verantwortung für 60 Mietpartner – denen kann ich nichts sagen; jeder hat etwas anderes gehört und vermutet, was sein könnte“ – aber man weiß nicht, wie das Kabinett heute (also am Freitag) entscheidet. Sicher ist nur: Selbst wenn es ein „Ja“ für Geschäfte bis 800 m² geben sollte (wozu fast alle in seiner Mall ja zählen) – übers Wochenende lässt sich kaum organisieren, dass ab Montag Normalbetrieb herrscht. Und ob sich übers Wochenende die Lage nicht noch mal ändert? Wer weiß. Hase und Igel.

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