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Hauptpost zog zum Bahnhof

An der Bahnhofstraße wurde ein neues Postamt geplant, da das alte für die Eisenbahn weichen musste.

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Von Ralph Schermann

1912 hieß die Hauptpost am Postplatz Postamt 1. Es unterhielt eine Nebenstelle am Bahnhof, die als Poststelle 3 bezeichnet wurde. Diese lag auf Grund und Boden der Bahnverwaltung und musste dem Umbau des alten Görlitzer Bahnhofes weichen. Aus diesem Grund strukturierte die preußische Postverwaltung um und bewilligte vor hundert Jahren viel Geld dafür. Ziel war es, an der Bahnhofstraße das heute noch bekannte neue Postgebäude zu bauen und statt des Amtes am Postplatz künftig als Görlitzer Hauptpostamt zu betreiben.

Die Görlitzer wurden im Herbst 1912 auf diese Absichten aufmerksam, als die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ die Planungen der Reichspostverwaltung für 1913 veröffentlichte. Darin fanden sich Grundstückskäufe in Görlitz. Tatsächlich hatte sich die Bahn bereit erklärt, das Grundstück für die neue Post für 62 Mark je Quadratmeter zu verkaufen. Dazu kam eine Entschädigungszahlung für den Abriss eines Lokschuppens. Insgesamt steckte die Postverwaltung rund eine halbe Million Mark in den Neubau und in den Umzug.

Dienstwohnungen wurden für den Postdirektor auf der Bahnhofstraße, für den Telegrafendirektor am Postplatz vorgesehen. 1912 beschäftigte die Post in Görlitz 421 Mitarbeiter. Die Zahl der Briefsendungen war seit 1902 von 18 auf 32 Millionen im Jahr gestiegen.