SZ +
Merken

Hauptstraßen-Geschäfte verlieren Kunden

Die Bauarbeiten senken den Umsatz der Läden. Bis 2013 müssen Anwohner und Händler durchhalten. Dann soll die Straße aufleben.

Teilen
Folgen

Von Ronny Zimmermann

Die Copitzer Hauptstraße soll zur Einkaufsstraße werden. So sieht es der Entwurf vor. Bis dahin aber ist es noch ein weiter Weg: Denn erst im April 2013 rollen die Bagger ab, der Bauschutt weicht einer neuen Fahrspur mit Radweg, Parkbuchten und Bäumen am Rand. Eine der wichtigsten Trassen der Stadt wird aufwendig saniert. Rund 1,6MillionenEuro kostet das Projekt. Die SZ schaute sich auf der „Baustelle Hauptstraße“ um – und stellte fest: Wo später Kunden flanieren sollen, klagen die Händler und Anwohner momentan über viele Probleme.

Geschäfte verlieren Kunden –

es fehlen die Zufahrtswege

Es sei schwer in Zahlen zu fassen, sagt Andreas Unger vom gleichnamigen Fotostudio, aber ein Drittel weniger Kundschaft sei es schon. Seit dem Baubeginn am 26.September kämpfen die Geschäfte der Hauptstraße um Zulauf. Doch Bauarbeiten, Geröll und Bagger erschweren den Zugang. „Es fängt schon damit an, dass viele Parkmöglichkeiten wegfallen“, klagt Unger. Gerade Auswärtige hätten es schwer, sich bei den Umleitungen zurechtzufinden. Und so verliert Unger trotz regelmäßigen Öffnungszeiten viele Interessenten. Ähnlich empfindet es auch Sandra Jeschke von der „Bäckerei Liebig“: „Es kommt vor, dass wir auf einem Teil unserer Backwaren sitzen bleiben.“ Immerhin: Die Stammkunden halten der Bäckerei die Treue.

Mit einem ganz anderen Problem ringt Heidrun Wichmann von der „Trollischänke“: „Wenn die Rüttelplatte genutzt wird, dann wackeln im Innenraum die Wände. Hoffentlich bekomme ich keine Risse in der Hausfassade.“ Und auch bei Sieglinde Dehne wachsen die Sorgen. Im Frühjahr rollen die Bagger vor ihrem Laden „Lotto und Zeitschriften“ an und reißen die Straße auf. „Gerade die älteren Kunden haben es dann schwer, das Geschäft über die Baustelle zu erreichen. Ich hoffe, der Umsatz bleibt stabil.“

Anwohner zeigen Verständnis für die Bauarbeiten

Jeden Tag macht Helmut Wallmüller seinen Rundgang durch Copitz. An der Baustelle bleibt der Rentner stehen, schaut sich den Fortschritt ganz genau an. „Die ackern hier fast jeden Tag. Aber ich weiß nicht, ob die Hauptstraße durch die Sanierung in Zukunft mehr belebt wird.“ Der Baulärm stört ihn jedenfalls nicht. „Nachts ist ja sowieso Ruhe“, sagt Wallmüller und spaziert weiter. Auch Gisela Papke toleriert die Bauarbeiten. Sie war eben in einem Geschäft ihre Lebensmittel einkaufen: „Als Copitzerin gehe ich natürlich weiterhin in die hier gelegenen Geschäfte. Irgendwann musste die Straße ja auch mal gemacht werden.“

Bauarbeiten liegen im Zeitplan, dauern aber noch bis April 2013

In den nächsten Wochen graben sich die Bauarbeiter Schritt für Schritt von der Fährstraße zur Schillerstraße vor.

Diese Phase dauert bis zum Frühjahr2012. Der Verkehr rollt nur in Richtung Innenstadt. Stadtauswärts ist die Fahrspur gesperrt, die Fahrzeuge werden über die Rudolf-Renner-Straße umgeleitet. Für die anliegenden Geschäfte entstanden Auffahrten aus Schotter, damit die Läden beliefert werden können. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan, teilen die Stadtwerke Pirna als Verantwortliche mit. Es werde sechs Tage die Woche im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Das Ende der Bauarbeiten ist für April 2013 geplant.