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Haus des Gastes erinnert an Jonsdorfer Maler

Oybin. Bis Mitte Juli sind in der Tourist-Info Bilder des Malers Erich Hölzelzu sehen, der amDienstag 100 Jahre altgeworden wäre.

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Von Jan Lange

Ganz sicher ist Gabriele Morche nicht. Aber wegen der Initialen „EH“ vermutet sie, dass ihr Blumenvasen-Bild vom Jonsdorfer Maler Erich Hölzel geschaffen wurde. „Mein Großvater wohnte in Jonsdorf, war hier Herrenschneider“, sieht die Zittauerin einen weiteren Grund für Hölzels Urheberschaft. „Er hat das Bild sicher in Auftrag gegeben“, ergänzt sie. Denn die abgebildete Vase stand früher in der Wohnstube ihrer Familie.

Doch seit einigen Tagen hängt das Bild nicht mehr in Gabriele Morches Wohnstube, wo es bereits seit Großmutters Zeiten seinen Platz hat, sondern im Oybiner Haus des Gastes. Am Anfang schien es schwierig zu werden, Bilder des Jonsdorfer Malers Erich Hölzel – starb am 14. Juni 1972 – aufzutreiben. Letztlich sind für die Gedenkausstellung anlässlich seines 100. Geburtstages doch sieben Werke des Künstlers zusammengekommen. Auch Erich Hölzels Sohn Werner steuerte ein Bild bei. „Mein Vater hat es mir zu meiner Hochzeit 1952 gemalt“, erzählt Werner Hölzel. Er selbst schenkt das Bild jetzt der Gemeinde Oybin. „Allerdings handelt es sich nicht um das Original“, schränkt der 73-Jährige ein. Dies sei nach seinen Worten zu groß, weshalb er eine Fotokopie anfertigen lies.

Geplant war die Ausstellung eigentlich in Jonsdorf, wo Erich Hölzel fast vier Jahrzehnte lebte. Allerdings fanden sich in dem Gebirgsort keine geeigneten Räume. Hilfe bot deshalb Oybins Bürgermeister Hans Jürgen Goth an. Nicht ohne Grund, lebt doch Hölzels Witwe Elsa seit 14 Jahren im Oybiner Altenpflegeheim „Waldfrieden“.

Auch wenn Erich Hölzel selbst mit Oybin nichts verband, ist es laut Goth egal, wo die Ausstellung stattfindet. „Es geht ja schließlich um die gesamte Region des Zittauer Gebirges“, so Oybins oberster Chef weiter.