SZ +
Merken

Hausbau im Großformat

Auf dem Gelände einer alten Gärtnerei entstehen derzeit 25 Mehrfamilienhäuser. Die ersten sind 2016 fertig.

Teilen
Folgen
© sächsische zeitung

Von Sophie Arlet

Als würden sie einer perfekt einstudierten Choreografie folgen, schwingen die sechs Kräne auf der Striesener Baustelle hin und her und oft nur knapp aneinander vorbei. Derzeit baut die Firma USD (Unser schönes Dresden) auf dem Areal zwischen der Haenel-Clauß- und der Geisingstraße an den ersten zwei Abschnitten der sogenannten Gartenstadt Striesen.

„Insgesamt entstehen hier drei einzelne Quartiere mit 25 fünfgeschossigen Mehrfamilienhäusern“, sagt Projektleiter Arndt Anger. Der 32-Jährige hat bereits die Sanierung der Plattenbauten an der Freiberger Straße betreut und weiß, worauf es bei Großprojekten ankommt. „Da jedes Quartier einem anderen Zeitplan folgt, ist die größte Herausforderung die Logistik, weil hier Hochbau und Erschließung parallel laufen.“ Während die Bauarbeiter bei einigen Häusern schon mit der Fassadendämmung beschäftigt sind, wird an anderer Stelle gerade an den Tiefgaragen gearbeitet. In dem dritten Abschnitt an der Haenel-Clauß-Straße türmen sich noch riesige Erdhaufen. Dort geht es vermutlich im Herbst los. Auf der Baustelle sind momentan 100 Arbeiter von zehn verschiedenen Gewerken aktiv. Die Firmen kommen alle aus Dresden und der Umgebung.

Die ersten neun Häuser mit insgesamt 135 Wohnungen an der Mansfelder Straße sollen Mitte des kommenden Jahres fertig sein. Im Juni wird bereits Richtfest gefeiert. An den sechs Häusern des zweiten Quartiers wird seit dem Winter gebaut. In ihnen entstehen bis zum Herbst 2016 insgesamt 73 Wohnungen. Jedes Quartier bekommt eine Tiefgarage, einen Spielplatz und Grünflachen. Noch in diesem Jahr sollen auch die Arbeiten am dritten Quartier mit zehn Mehrfamilienhäusern starten. Mitte 2017 ist das neue Viertel dann voraussichtlich komplett. Insgesamt will die USD etwa 50 Millionen Euro investieren.

Bereits jetzt sind Käufer für die Wohnungen der ersten zwei Quartiere gefunden. „Für die restlichen Häuser ist der Verkauf gestartet“, sagt Anger. Momentan zeichnet sich ab, dass wohl knapp die Hälfte der Wohnungen vermietet werden. Wie viel sie kosten, will das Unternehmen nicht sagen. „Es sind marktübliche Preise“, so Sprecher Ulf Mehner.

Das 25 000 Quadratmeter große Gelände zwischen Haenel-Clauß- und Geisingstraße hat zu DDR-Zeiten eine Gärtnerei genutzt. Seit den 1990er Jahren lag die Fläche brach und verwilderte zusehends. Doch das ist nun vorüber. Insgesamt 31 000 Quadratmeter Wohnfläche hat die neue Gartenstadt, die ihren Namen nicht nur von der alten Gärtnerei ableitet, sondern auch von der großzügigen Begrünung, die zwischen den Häusern gepflanzt werden soll.

Die neuen Striesener werden gegenüber den alteingesessenen einen großen Vorteil haben – sie bekommen schnelles Internet. Dafür werden Glasfaserkabel verlegt. Außerdem entstehen auf dem Gelände mehrere neue Straßen. Bereits jetzt ist die Laubestraße bis zur Haenel-Clauß-Straße verlängert. An der Seite entstehen 30 Parktaschen, einige sind schon fertig. Die drei Quartiere werden außerdem durch zwei neue Straßen zwischen Mansfelder- und Laubestraße voneinander getrennt. Sie sollen nach den Dresdner Künstlerinnen Etha Richter und Elfriede Lohse-Wächtler benannt werden.

Bis die Gartenstadt Striesen 2017 fertig ist, müssen die Anwohner mit Baulärm und Staub zurechtkommen. Projektleiter Anger setzt auf ein gutes Miteinander. „Wir sind regelmäßig mit den Leuten im Gespräch und bemühen uns, die Straßen sauber zu halten.“ Ganz nah dran an der Baustelle ist der Kindergarten in der Geisingstraße 25. Darauf haben sich Angers Leute eingestellt. „Die Bauarbeiter richten sich nach den Mittagsschlafzeiten der Kinder. Außerdem hatten wir eine Staubwand errichtet.“ Und die Knirpse samt ihren Eltern auf die Baustelle eingeladen.